Stadt Kassel: Großer Nachholbedarf führt zu hohen Kosten

Sanierung des Kasseler Rathauses  kostet 40 Millionen Euro

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Große Pläne: Bauleiter Karl-Josef Staufenbiel (links) und Matthias Kimmel vom Kasseler Büro Mann Landschaftsarchitekten schauen sich den Fortgang der Arbeiten im Rathausinnenhof an.

Kassel. Die Sanierung und Modernisierung des Kasseler Rathauses kommt die Stadt teuer zu stehen. Nach derzeitigem Stand wird sie 40 Millionen Euro kosten. Seit 2006 wurden bereits über 13 Mio. Euro für das 100 Jahre alte Hauptgebäude, die Parkdecks, den Zwischenbau und den Gesamtkomplex ausgegeben.

Hinzu kommen 770 000 Euro für Investitionen unter anderem in die Stromversorgung und den Brandschutz, die in diesem Jahr erfolgen. Weitere 25 Millionen sollen in den nächsten zehn Jahren aufgebracht werden, um das Rathaus baulich und technisch auf Vordermann zu bringen.

14 bis 16 Millionen Euro wird allein die Sanierung des aus den 1970er-Jahren stammenden Flügels Karlsstraße kosten. Brandschutz, technische Ausstattung, Toiletten, Fenster und Fassade sollen auf den neuesten Stand gebracht werden. Die Investitionen werden zum großen Teil aus dem Sonderinvestitionsprogramm des Bundes bestritten. Die hohen Ausgaben sind laut Dieter Schoop vom Amt für Hochbau und Gebäudebewirtschaftung eine Folge des jahrelangen Sanierungsstaus.

In der Nachkriegszeit sei das meiste Geld in Neubauten geflossen, und in den 1990er-Jahren sei man gezwungen gewesen, in den Brandschutz zu investieren. „Sicherheit ging vor.“ Das Geld sei nach dem Gießkannenprinzip auf die städtischen Gebäude verteilt worden. Erst jetzt sei eine Generalsanierung möglich, die Sicherheitsaspekte ebenso abdecke wie geänderte Anforderungen der Nutzer. „Die Technik, die man nicht sieht, verschlingt auch Geld“, sagt Schoop. Allein für Elektroinstallationen zahle die Stadt jedes Jahr 250 000 Euro.

Für die Unterhaltung der 250 städtischen Gebäude stehen pro Jahr sechs Mio. Euro zur Verfügung. Bis zu 75 Prozent würden für Schulen und Kitas ausgegeben. „Irgendwann wird es auch notwendig, im Rathaus zu investieren.“ Sonst müsste es eines Tages geschlossen werden.

Von Ellen Schaab

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