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Millionen-Zuschuss von Bund und Land für die Bahnen in Kassel

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Von: Andreas Hermann

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Bereits im vergangenen Jahr erneuert: die Schienen in der Friedrich-Ebert-Straße. Unser
Bereits im vergangenen Jahr erneuert: die Schienen in der Friedrich-Ebert-Straße. Unser Foto vom März 2022 zeigt die KVG-Baustelle mit der Friedenskirche rechts im Hintergrund.  © vom März 2022 zeigt die KVG-Baustelle mit der Friedenskirche rechts im Hintergrund. archivFoto: dieter schachtschneider

Millionen-Zuschüsse von Bund und Land zur Erneuerung der Schienen-Infrastruktur

Kassel – Mit rund 14 Millionen Euro fördern der Bund und das Land Hessen Schienen-Infrastrukturprojekte der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) und der Regionalbahn Kassel (RBK). Das Geld gibt es nach Unternehmensangaben für bereits abgeschlossene, laufende und geplante Maßnahmen zur Erneuerung von Gleisabschnitten und zur Modernisierung von sogenannten Gleichrichterunterwerken

Mit elf Millionen Euro – davon 6,5 Millionen vom Bund und 4,5 Millionen vom Land – fließt der Löwenanteil in 13 Einzelprojekte zur Erneuerung der Schienen-Infrastruktur. Dazu gehören der Gleisaustausch in der Germania- und in der Friedrich-Ebert-Straße, die Arbeiten am Bahnübergang Forstbachweg und die Weichenerneuerung am Altmarkt und am Lutherplatz im laufenden Jahr. Vier Projekte betreffen die RBK- Tramstrecke im Lossetal – das reiche vom Schienenaustausch über die Sanierung der Haferbachbrücke (Niederkaufungen) bis hin zum Schwellenaustausch.

Die Förderung für die Grunderneuerung von Schienen sei ein Novum, erklärte Jens Deutschendorf, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, bei der Übergabe der Zuwendungsbescheide in Kassel. Bis 2020 habe der Bund nur den Ausbau oder Maßnahmen zur Verbesserung des ÖPNV bezuschusst. Seit 2020 fördere er auch die Erneuerung bestehender Anlagen. Das Land habe den „neuen Fördertatbestand“ unmittelbar genutzt, sagte Deutschendorf. So erhalte Kassel nach Frankfurt als zweite Stadt in Hessen diese Bundesförderung.

Weitere 2,7 Millionen Euro schießt das Land für die von der KVG geplante Modernisierung ihrer 37 Gleichrichterunterwerke (GUW)zu. Damit soll die Fahrspannung ihres Schienennetzes von bislang 600 auf künftig 750 Volt erhöht werden. „Seit geraumer Zeit gerät die Stromversorgung in dem rund 100 Kilometer langen Schienennetz der KVG an Grenzen, wenn etwa für Großveranstaltungen im Stadtgebiet Kassel, auf den Strecken nach Vellmar, Baunatal und durch das Lossetal zusätzliche Bahnen eingesetzt werden“, erklärte dazu der KVG-Vorstandsvorsitzende Michael Maxelon.

Am Bebelplatz, in der Stifterstraße und am Palais Bellevue seien bereits seit 2016 neue GUW entstanden. Das GUW Auestadion, das den von Straßenbahnen und Regiotrams befahrenen Abschnitt Palais Bellevue bis Bahnhof Niederzwehren versorgt, ging im Herbst an der Frankfurter Straße neben dem Edeka-Markt Aschoff in Betrieb. Die Arbeiten für das GUW Königstor, das den Abschnitt von der Rathauskreuzung bis zur Haltestelle Kirchweg versorgt, sollen 2023 beginnen und 2024 abgeschlossen werden.

„Ohne finanzielle Unterstützung des Landes mit rund 85 Prozent der förderfähigen Kosten wäre diese Investition in die Infrastruktur für die Straßenbahnen nicht machbar“, dankte Maxelon für das Geld aus Berlin und Wiesbaden. Oberbürgermeister und KVG-Aufsichtsratsvorsitzender Christian Geselle sprach von einem „Zukunftsprojekt“. Für den gewünschten ÖPNV-Ausbau seien in Kassel noch weitere gewaltige Investitionen in Technik und Personal nötig, meinte Geselle.

(Andreas Hermann)

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