Betrugsmasche: Rechtsanwältin aus England versprach viel Geld

Angebliches Millionenerbe: Kasseler erhielt ominöses Fax

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Leere Versprechen: Bernd-Peter Doose (66), Stadtverodneter, erhielt ein Fax mit einem dubiosen Angebot. Ihm wurde das Erbe eines wolhabenden Briten versprochen. Doose fiel aber nicht auf den bekannten Trick rein.

Kassel. Dieses Stück Papier hätte das Leben von Bernd-Peter Doose gehörig verändern können: Auf einem Fax wurde dem 66-jährigen Kasseler ein 12,25 Millionen Euro schweres Erbe eines wohlhabenden Briten versprochen.

Die Überbringerin der guten Nachricht ist eine englische Rechtsanwältin. Die Sache hat nur einen Haken: Es ist eine bekannte Betrugsmasche, vor der die Polizei dringend warnt. Angesichts der Aussicht, bald mehrere Nullen mehr auf dem Kontoauszug stehen zu haben, setze bei so manchem der Verstand aus, sagt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Wenn die Betroffenen dann Kontakt mit den Absendern derartiger Erb-Versprechen aufnehmen, würden sie weiter geködert. „Dann wird beispielsweise behaupet, dass für die Transaktion des Erbes vorab eine Sicherheitsgebühr zu zahlen ist“, sagt Jungnitsch.

Bernd-Peter Doose, der für die CDU in der Stadtverordnetenversammlung sitzt, kam die Sache gleich komisch vor. Er hat deshalb keinen Kontakt mit der Rechtsanwältin aufgenommen. Dabei hatte diese sich alle Mühe gegeben, ihr Anliegen blumig auszuschmücken: In dem Fax heißt es, dass sie beauftragt sei, für ihren verstorbenen Mandante - einen Igenieur namens Heinrich Doose - einen Erbberechtigten zu suchen. Seit seinem plötzlichen Tod durch einen Schlaganfall sei das Millionenerbe auf einem Bankkonto geparkt.

Beiteiligung gefordert

Da die Rechtsanwältin trotz ihrer Recherchen keine Verwandten habe finden können, schlägt sie einen Handel vor: Sie werde Bernd-Peter Doose als Erbberechtigten vorschlagen, wenn dieser 45 Prozent seines Anteils an sie abtrete. Auch an sein soziales Gewissen appelliert die Dame: zehn Prozent des Erbes sollten für gemeinnützige Zwecke gespendet werden. Und zum Schluss heißt es: „Alles, was ich von Ihnen benötige, ist Ihr Vertrauen.“

Dieses Vertrauen hatte der 66-Jährige nicht. „Man hat ja schon so viele Dinge in der Zeitung gelesen über Betrugsmaschen. Dieses Geld gibt es sicher nicht“, sagt Doose. Er fragt sich aber, woher der Absenders des Faxes seinen Kontakt hat.

„In dem Fall liegt der Verdacht eines versuchten Betruges vor“, sagt Polizeisprecher Jungnitsch. Für die Polizei sei es aber schwierig, solchen Betrügern auf die Spur zu kommen. Meist operierten sie vom Ausland aus. Eines der bekanntesten Beispiele sei die sogenannte Nigeria-Connection (siehe Hintergrund). Deshalb rät Jungnitsch, derartige Anschreiben sofort in den Müll zu werfen. Genau das will Doose nun auch tun.

Neben diesen Betrügereien, gibt es aber auch so genannte Erbenermittler, die Erben suchen und dafür Provisionen verlangen.

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