Große Gefahr durch Bäche

Millionenschaden durch Hochwasser, doch kaum jemand ist versichert

Land unter: Unwetter in Kassel lassen Bäche, hier zum Beispiel die Drusel am Bundessozialgerichtshof, über die Ufer treten.

Kassel. Die Gefahr von Hochwasser betrifft nicht mehr nur Anlieger von großen Flüssen wie der Fulda. Auch an kleineren Bächen in Kassel und Umgebung treten bei Unwettern mit starkem Regen zunehmend Überflutungen auf.

Alle Fotos vom letzten großen Unwetter in Kassel im Juni finden Sie auf Kassel Live.

Zuletzt waren im Raum Kassel im Juni bei heftigen Gewittern vor allem Bäche wie Drusel, Geilebach und Losse übergelaufen. Hunderte Keller und Erdgeschosswohnungen standen unter Wasser. Der Sparkassen-Versicherung (SV) wurden allein bei diesem Unwetter 418 Überschwemmungsschäden in Höhe von 1,9 Mio. Euro in Kassel und Umgebung gemeldet. Die Summe der tatsächlich entstandenen Schaden dürfte wesentlich höher sein, denn nur ein Bruchteil der Hauseigentümer ist gegen Hochwasser versichert. Hessenweit sind nach Zahlen der SV nur 15 Prozent der Kunde mit Gebäudeversicherung gegen sogenannte Elementarschäden versichert.

Nach den Zahlen der Versicherungswirtschaft traten zuletzt rund 80 Prozent der Schäden außerhalb von Hochrisikozonen an Flüssen auf. Gerade in diesen Bereichen gibt es jedoch keinen systematischen Hochwasserschutz, und die Bewohner sind meist nicht auf Überflutungen vorbereitet.

Der städtische Eigenbetrieb Kasselwasser, für die Bäche mit Ausnahme der Fulda zuständig, bestätigt die zuletzt massiven Hochwasserprobleme an den Bächen. Patentrezepte gebe es nicht, sagt Mitarbeiter Detlef Wagner. „Wir müssen uns jedes Fließgewässer einzeln anschauen, was an Verbesserungen möglich ist.“ Klar sei: Flächendeckenden Schutz könne man nicht leisten.

Die Schäden, die immer häufiger bei Starkregen auftreten, entzögen sich dem Hochwasserschutz durch Rückhaltebecken und Überflutungsflächen, sagt auch Dr. Martin Marburger vom Regierungspräsidiums Kassel. Denn es sei nicht berechenbar, wo Gewitter niedergehen und Überflutungen auslösen. Daher müssten sich Hauseigentümer stärker selbst um Vorsorge kümmern.

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