Wirte und Taxibetriebe fürchten neue Regelung

Mindestlohn wird mehrere zehntausend Geringverdiener in Kassel betreffen

Die Einführung des Mindestlohns dürfte im Kasseler Taxigewerbe (59 Firmen, gut 150 Autokonzessionen) einiges umkrempeln. Im Stadtgebiet werden derzeit vier von fünf Fahrer nicht per Festgehalt, sondern nach Umsatzbeteiligung bezahlt.

Das schätzt Geschäftsführer Mathias Hörning vom hessischen Fachverband Personenverkehr mit Sitz in Kassel.

Umgerechnet auf die Arbeitszeit müsste ein Fahrer im Schnitt mindestens 25 Prozent mehr verdienen, um mit seiner Arbeit auf eine Stundenlohn-Untergrenze von 8,50 Euro zu kommen.

Aktualisiert um 19.45 Uhr

Das werden viele Betriebe wirtschaftlich nicht überleben, sagt Hörning. "Die sind absolut nicht in der Lage, kurzfristig so viel mehr zu zahlen, da sie an allen Ecken und Enden gedrückt werden."

Anders als etwa ein Bäcker, der steigende Kosten durch höhere Brötchenpreise kompensieren kann, bekämen Taxis ihre Fahrpreise von Städten und Gemeinden vorgeschrieben. Und die wollten die Preise im Interesse der Fahrgäste möglichst niedrig halten, da Taxis ein Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs sind.

Andererseits: Wenn Taxifahren merklich teurer würde, sprängen noch mehr Kunden zu den billigeren Minicars ab.

Unter Druck stehe das Taxigewerbe auch von den Krankenkassen, was die Vergütung von Patientenfahrten angeht. "Für die Kassen zählt nur: billig, billig, billig", sagt der Taxifunktionär. Mit Blick auf den Mindestlohn habe der Fachverband kürzlich den Rahmenvertrag mit den hessischen Krankenkassen gekündigt und wolle die Entgelte neu verhandeln. (asz)

Rubriklistenbild: © dpa

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