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Minicar baut Tiefgarage, Büros und Waschstraße in Kassel-Rothenditmold

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Von: Peter Dilling

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Die Firma Minicar mit ihrer Zentrale im Hintergrund links baut an der Philippistraße eine Tiefgarage, eine Waschstraße und Büros.
Pause auf der Baustelle: Die Firma Minicar (mit ihrer Zentrale im Hintergrund links) baut an der Philippistraße eine Tiefgarage, eine Waschstraße und Büros. Die Baugrube ist bereits vorbereitet worden, steht derzeit aber zum Teil unter Wasser. © Peter Dilling

Die Firma Minicar baut in Kassel-Rothenditmold einen Gebäudekomplex mit Büros, Garagenplätzen und einer Waschstraße für alle.

Rothenditmold – Vor zwei Jahren hatte die Firma Minicar an der Angersbachstraße in Rothenditmold einen vergeblichen Vorstoß bei der Stadt unternommen, um ihre dortige Zentrale auszubauen und zusätzlich Mietwohnungen zu errichten.

Jetzt baut das Unternehmen, das vor 60 Jahren in Fuldatal gegründet wurde und 2006 nach Kassel umgezogen ist, auf dem damals erworbenen Areal in Rothenditmold trotzdem: Auf seiner Liegenschaft an der Philippistraße 44 soll ein Komplex mit Tiefgarage, Büros sowie einer öffentlichen Waschanlage errichtet werden.

Die Pläne für eine Wohnbebauung – vielleicht auch für eine Kita – hat Minicar nach Auskunft von Dieter Eggers von der Geschäftsleitung des Unternehmens aber noch nicht zu den Akten gelegt. Auch der Ortsbeirat unterstützt die Idee, am Sitz des Unternehmens Wohnraum zu schaffen.

Das jetzige Bauvorhaben auf der als Gewerbegebiet ausgewiesenen Fläche ist bereits sichtbar. Die Baugrube ist ausgehoben, Stahlmatten sind auf dem Baugrund verlegt, ein Kran steht bereit. Momentan stehe die Baustelle aber teilweise unter Wasser, teilte Eggers mit. Im Untergeschoss soll eine Tiefgarage für die Fahrzeugflotte des Unternehmens entstehen. Wie viele Einstellplätze es werden, könne er noch nicht sagen, teilte Eggers auf Anfrage mit. Daneben sei eine Waschstraße geplant, die allen Autofahrern zur Verfügung stehe.

In der ersten Etage würden Büros für die eigene Verwaltung errichtet, im zweiten Stock weitere Büroräume, die an Interessenten vermietet werden sollen. Minicar investiere einen siebenstelligen Betrag in das Projekt, sagte Eggers.

Der ursprünglich geplante Fertigstellungstermin im Spätherbst dieses Jahres werde möglicherweise nicht eingehalten werden können. Nach Auskunft der Stadt brauchte die Firma Minicar für dieses Millionen-Projekt nicht einmal eine Baugenehmigung. Das Unternehmen musste lediglich seine Pläne einreichen.

Wenn es allerdings um eine Wohnbebauung geht, sieht das anders aus: Der Firmensitz von Minicar an der Angersbachstraße, der direkt an die jetzige Baugrube angrenzt, ist als Industriegebiet ausgewiesen. Darin sieht Ortsvorsteher Hans Roth (AUF) aber keine unüberwindliche Hürde: Schließlich gebe es nicht einmal in Steinwurfnähe reichlich Wohnhäuser. Sogar neben der Baugrube an der Philippistraße stehe ein Wohnhaus.

Vor zwei Jahren habe die Stadt den Wunsch des Unternehmens, am Firmensitz Angersbachstraße Sozialwohnungen zu bauen, abgelehnt. Mit einer Anfrage bei der Stadt hat Roth jetzt vorgefühlt, ob sich vielleicht doch etwas bewegen lässt. In ihrer Antwort legt sich die Stadt nicht fest. Sie verweist darauf, dass der Firmensitz im Industriegebiet liege und dass das Wohnen dort grundsätzlich unzulässig sei.

Inwieweit Abweichungen von dieser Regel angesichts der benachbarten Wohnbebauung möglich seien, sei nur im Rahmen einer Bauvoranfrage zu klären.

Mit dem Wohnungsbau am Stammsitz wolle man sich erst wieder in „zwei oder drei Jahren“ beschäftigen, sagte Eggers auf Anfrage. Er setzt darauf, dass der Rothenditmolder Ortsbeirat das Projekt unterstützt.

Zu Recht, wie in der Sitzung des Ortsbeirats deutlich wurde: Das Gremium sprach sich dafür aus, in dem Industriegebiet an der Philippi- und Angersbachstraße Wohnungsbau und sozialen Wohnungsbau zuzulassen und die rechtlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen.

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