Kinder der Unterneustädter Schule werden mit Taxis zum Sportunterricht gebracht

Minicar zur Turnhalle

Einsteigen und anschnallen: Ausgerüstet mit Sportbeutel und Wasserflasche steigen Alina, Alicia (hinten), Marie, Jamie-Lee, Emil und Meryem jede Woche ins Taxi. Nach dem Sportunterricht werden sie so auch wieder zurück in ihre Schule in der Leipziger Straße gebracht. Lehrerin Kerstin Schwabe-Matic begleitet die Kinder. Sie steigt als Letzte ein und als Erste wieder aus. Foto: Buth-Pavaresh

Unterneustadt. „Das Taxi ist da!“ Mit diesen Worten beginnt für die Schüler der Klasse 1b der Unterneustädter Grundschule jeden Mittwoch der Sportunterricht. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Kerstin Schwabe-Matic verteilen sich die 17 Kinder vor dem Schulhof an der Leipziger Straße auf vier Autos und klettern in die bereitgestellten Kindersitze. Wenn alle angeschnallt auf ihren Plätzen sitzen, kann die Fahrt zur Turnhalle an der Ysenburgstraße losgehen.

Alle sechs Klassen der Unterneustädter Grundschule an der Leipziger Straße fahren seit einigen Wochen mit Taxis eines Fuldataler Unternehmens zum Sportunterricht in die Sporthalle in der Ysenburgstraße und zurück. „Zu Fuß ist der Weg einfach zu weit“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Kerstin Schwabe-Matic. „Vor allem die Kleinen aus der ersten und zweiten Klasse brauchen für die 1,5 Kilometer mehr als 20 Minuten.“ Zeit, die vom knapp bemessenen Sportunterricht abgeht. Hinzukommen die Bauarbeiten auf der Hafenbrücke, die den Weg schwieriger und auch gefährlich machten, erklärt die Lehrerin.

Um Sportbus gebeten

Deshalb habe man beim Schulverwaltungsamt um einen sogenannten Sportbus gebeten; zur Verfügung gestellt wurden die Taxis. Mit dieser Lösung müssen sich Schüler, Lehrer und Eltern der Grundschule fürs Erste zufriedengeben. Die Herderschule im angrenzenden Blücherviertel kann wegen Eigenbedarfs keine Zeiten in ihrer Sporthalle mehr zur Verfügung stellen.

„Rund 280 Euro kosten die Taxi-Fahrten zum Sportunterricht pro Woche“, sagt Thorsten Bork vom Schulverwaltungsamt. Wegen der Baustelle an der Hafenbrücke sei der Schulweg zur Turnhalle in der Ysenburgstraße mit einer Grundschulklasse und nur einer begleitenden Lehrerin nicht zu bewältigen, so die Begründung des Amtes für die Taxifahrten. Normalerweise werde Schulklassen, die zum Sport- oder Schwimmunterricht zu einer weiter entfernt gelegenen Sportstätte müssen, ein Sonderbus der KVG zur Verfügung gestellt. Ist dieser Bus bereits vergeben, suche das Schulverwaltungsamt nach anderen Möglichkeiten. Im Fall der Unterneustädter Schule habe sich die Firma Minicar4you als geeigneter Beförderungs-Anbieter erwiesen.

Noch bis zum Schuljahresende 2010/11 soll diese Regelung zunächst gelten, erklärt Bork. Wie es danach weitergeht, ob dann eventuell wieder Kapazitäten in der Sporthalle der Herderschule zur Verfügung stehen, weiß er nicht. „Die Planung für die Sporthallenbelegung liegt beim Sportamt der Stadt“, erläutert Bork.

Die Hoffnung, dass sich der Gymnastikraum der ehemaligen JVA Elwe in Zukunft als Sportraum nutzen ließe, hat sich - wie berichtet - zerschlagen. „Bei einer Ortsbegehung hat sich herausgestellt, dass die Räume dort baulich nicht geeignet sind“, sagt Schulleiterin Margot Weidmann. Gemeinsam mit dem Ortsbeirat wolle man aber weiter nach einer geeigneten Sportstätte für die Grundschulkinder suchen.

Von Dagmar Buth-Pavaresh

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