Minister Gabriel nimmt neuen Rotoren die Luft

Niedrigere Vergütung: Weitere Windparks stehen auf der Kippe

Kassel/Kaufungen. Nach der Ankündigung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), die Vergütung für neue Ökostromanlagen bis 2015 erheblich zu senken, steht der Bau weiterer Windkraftanlagen im Großraum Kassel nun auf der Kippe.

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„Wir müssen jetzt jedes Projekt noch einmal gründlich auf seine Wirtschaftlichkeit hin prüfen“, erklärte Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke Kassel, am Montag auf HNA-Anfrage. Das Unternehmen reagiert damit auf den Plan, die Einspeisevergütung ab 2015 von 17 auf zwölf Cent pro Kilowattstunde zu senken. Die Städtischen Werke sind der größte Investor in der Region, wenn es um die Erzeugung erneuerbarer Energien geht. Zuletzt gaben sie rund 35 Millionen Euro für sieben Windräder in der Söhre und am Sandershäuser Berg bei Niestetal aus. Man sei weiterhin daran interessiert, Windkraftprojekte zu entwickeln. „Wir müssen aber abwarten, was genau am Mittwoch in der Kabinettssitzung beschlossen wird“, so Pijanka. Zu den Projekten, die auf der Kippe stehen, zählt der Windpark im Stiftswald bei Kaufungen. Dort wollten die Werke für 45 Millionen Euro neun Rotoren errichten.

Bei ihnen sollte es sich um jeweils 200 Meter hohe Anlagen handeln, wie sie das Unternehmen in der Söhre betreibt und zurzeit am Sandershäuser Berg bei Niestetal errichtet. Unklar ist die Zukunft von drei weiteren Windparks, die die Werke gemeinsam mit dem Versorgerverbund SUN plant. Konkret geht es dabei um Rotoren zwischen Helsa, Großalmerode und Hessisch Lichtenau, Anlagen im Kaufunger Wald bei Witzenhausen sowie im Reinhardswald.

Von der Absenkung der Einspeisevergütung betroffen sind auch Solar-Freilandanlagen. Hier hat der erste Investor im Kreis Kassel bereits die Segel gestrichen: Die geplante Anlage an der A 44 bei Schauenburg wird vorerst nicht verwirklicht.

Bilder vom Windpark

Bilder vom Windpark am Sandershäuser Berg

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