Zoff innerhalb der Landesregierung

Ministerien streiten ums Tapetenmuseum

Kassel. Die Stadt Kassel hat in dieser Woche ihr Angebot an das Land Hessen und Wissenschafts- und Kunstministerin Eva Kühne Hörmann erneuert, ein Grundstück für den Neubau des Tapetenmuseums auf dem Weinberg zur Verfügung zu stellen.

Diese Offerte kommt zu einer Zeit, in der das Tapetenmuseum für richtig Zoff und Ärger innerhalb der Landesregierung sorgt. Dabei geht es um das Gebäude des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) am Brüder-Grimm-Platz in Kassel.

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Kühne-Hörmann will das Museum an diesem Standort errichten lassen. Nachdem die Ministerin jüngst in einem Interview den Richtern des VGH vorgeworfen hatte, sie würden ihren Auszug verzögern und den Museumsplänen im Weg stehen, haben sich nun VGH-Präsident Dr. Karl-Hans Rothaug und das Justizministerium öffentlich geäußert. Rothaug erklärte, dass die Vorwürfe nicht stimmten und Kühne-Hörmann mit ihren Behauptungen „die Grenzen des Hinnehmbaren deutlich überschritten“ habe. Dr. Rudolf Kriszeleit, Staatssekretär im Justizministerium, kritisiert Kühne-Hörmanns Stil. Ein Ministerium kommuniziere mit einem anderen Ministerium nicht über die Medien. Und es „kommuniziere auch nicht wie ein Marktschreier mit einem Obersten Gericht“.

Kühne-Hörmann hatte angeregt, dass der VGH zum Beispiel im Bundessozialgericht unterkommen könne, bis das neue Gerichtszentrum im früheren Finanzamt an der Goethestraße umgebaut ist. Dass das Kunstministerium großes Interesse daran habe, die Pläne für das Tapetenmuseum so schnell wie möglich umzusetzen, liege auf der Hand, sagt Ministeriumssprecher Dr. Ulrich Adolphs. Deshalb dränge sie. Die Kritik des VGH-Präsidenten habe sie zur Kenntnis genommen.

Derzeit gebe es keine Überlegungen, das Museum - wie von der Stadt erneut vorgeschlagen - am Weinberg zu bauen.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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