Kühne-Hörmann: Tapetenmuseum soll an den Brüder-Grimm-Platz

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Zukunft ungewiss: Das Gebäude des Verwaltungsgerichtshofs ist in die Jahre gekommen. Ob es saniert wird, ist offen. Ungewiss ist auch, ob und wann die Torwache (links) frei wird. Die Stadt möchte in dem historischen Gebäude, in dem die Märchenbrüder und Sprachforscher einst lebten, eine Grimm-Stätte einrichten.

Kassel. Nun kommt Schwung in die Diskussion über den Weinberg als Standort für die Grimm-Welt und das Tapetenmuseum: Hessens Kunstministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) meldet sich zu Wort.

Sie nennt das Gebäude des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) am Brüder-Grimm-Platz als besten Platz für das Tapetenmuseum. Das hatten auch die Kritiker der Weinbergbebauung vorgeschlagen.

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Mehr zur Geschichte des Tapetenmuseumsund zum Brüder-Grimm-Museum lesen Sie hier.

Das Wort der Ministerin hat aber ein anderes Gewicht: Ihr Haus ist für den Bau des landeseigenen Tapetenmuseums verantwortlich. Eigentlich sollte der VGH saniert und zu einem Justizzentrum ausgebaut werden. Dafür fehlt dem Justizministerium aber mittlerweile das Geld. Offiziell heißt es, die Sanierung sei teurer als erwartet.

Klar ist aber auch, dass andere Projekte des Justizministers deutlich mehr kosten als geplant - beispielsweise der Gefängnisneubau in Schwalmstadt. Dass der VGH in einen leer stehenden Flügel des Bundessozialgerichts am Graf-Bernadotte-Platz zieht, bestätigt in Wiesbaden offiziell niemand. „Es gibt noch keine Entscheidung“, sagt Stefan Löwer, Pressesprecher des federführenden Finanzministeriums. Hinter den Kulissen bereitet man aber offenbar diese Lösung vor.

Dann stünde in exponierter Lage Kassels ein Gebäude des Landes leer - und von den Planungen des Tapetenmuseums auf dem Weinberg ist noch nichts zu sehen. Also liegt es nahe, dass die Ministerin jetzt den Grimm-Platz als Standort favorisiert. Das alte Gebäude könne entkernt und mit einem Neubau für die großflächigen Panorama-Tapeten verbunden werden, sagt Eva Kühne-Hörmann.

Das notwendige Geld sei in dem 200-Millionen-Euro-Etat für die Kasseler Museumslandschaft vorhanden. Mit der Stadt, deren Planungen für das Grimm-Museum auf dem Weinberg schon weit vorangeschritten sind, habe sie noch nicht gesprochen, sagt Kühne-Hörmann. Sie könne sich aber vorstellen, dass auch die Grimm-Welt am Grimm-Platz gebaut werde. (hai/els)

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