Ministerin rät zur Ruhe

Schulleiter sollen abwägen, welche gymnasiale Schulform sie künftig anbieten

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Nichts überstürzen: Nicola Beer (FDP)- hier im Redaktionsgespräch - hat Verständnis für die Erklärung der Kasseler Schulleiter.

Kassel. Das Verhalten der Schulleiter der Kasseler Gymnasien, die mehr Zeit fordern, um sich für G 8 oder G 9 zu entscheiden, bewertet Kultusministerin Nicola Beer (FDP) als „ausgesprochen vernünftig“. Kein Gymnasium müsse sich sofort entscheiden, sagte sie am Donnerstag während eines HNA-Redaktionsgesprächs.

„Ich rate für diese Diskussion zur Gelassenheit.“ Die Schulen sollten in Ruhe abwägen und mit allen entscheidenden Gremien besprechen, welche gymnasiale Form sie ihren Schülern künftig anbieten. Für die Teilnahme an einem Modellversuch, bei dem G 8 und G 9 an einem Gymnasium parallel angeboten werden, müssten sich Schulen bewerben.

Eine entsprechende Entscheidung gefällt hat dagegen bereits das katholische Engelsburg-Gymnasium. An der Traditionsschule am Richardweg werden die Fünftklässler für das nächste Schuljahr zwischen zwei Geschwindigkeiten wählen können. Da man schon zu einem frühen Zeitpunkt G 8, also das verkürzte Abitur parallel zu den üblichen G 9-Zügen angeboten habe, könne man bereits auf gesicherte Erfahrungen zurückgreifen, sagt der stellvertretende Schulleiter Thorsten Prinz: „Letzlich war es der Elternwille, der den Schulträger, die Schwestern der Heiligen Maria Magdalena Postel, dazu veranlasst habe, ein differenziertes Angebot zu machen.“

Die staatlichen Gymnasien wünschen sich für diese Entscheidung mehr Zeit. Deshalb haben sie am Donnerstag während des Informationstags für die Eltern künftiger Fünftklässler, zu dem das städtische Schulverwaltungsamt in die Elisabeth-Knipping-Schule eingeladen hatte, gemeinsam erklärt zunächst weiterhin nur G 8, also das Abitur in acht Jahren nach der Klasse fünf, anzubieten.

Gesetz ist noch Entwurf

Sie geben zu bedenken, dass das Gesetz, auf das sich die Möglichkeit eines Wechsels oder des Schulversuchs bezieht, nur als Entwurf vorliegt. Es solle um den Jahreswechsel herum beschlossen werden. Die notwendigen Entscheidungen könnten aber nur bei gültiger Gesetzeslage getroffen werden.

„Alle staatlichen Kasseler Gymnasien werden sich die Zeit nehmen, in Ruhe und jenseits von Wahlkampfbestrebungen über das eigene Schulkonzept und die Schulentwicklung nachzudenken“, heißt es in der Erklärung. Nur so könnten sie unter Berücksichtigung des Angebotes im Schulamtsbereich die beste Entscheidung für die Schule und für künftige Schüler treffen.

Von Christina Hein

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