24-Jähriger soll sich in Kassel an 14 Mädchen vergangen haben

Wegen Missbrauch: Falscher Polizist vor Gericht

Kassel/Fulda. Gegen einen Studenten, der in Kassel in 14 Fällen Mädchen sexuell missbraucht haben soll, ist am Dienstagvormittag am Landgericht Fulda der Prozess eröffnet worden.

Dabei wurde die Anklageschrift verlesen. Der 24-Jährige soll sich jahrelang unter anderem als Polizist ausgegeben haben, um Mädchen beim Abtasten nach Drogen sexuell zu missbrauchen.

Dem Mann aus dem Landkreis Fulda werden insgesamt 25 Taten sexuellen Missbrauchs oder Vergewaltigung von zehn- bis 17-jährigen Mädchen angelastet. Laut Staatsanwaltschaft soll er die Missbräuche zwischen Februar 2005 und Ende Juni 2014 in Fulda, Petersberg, Hofbieber, Wetzlar, Kassel und Hamburg begangen haben.

Auf die Spur des Studenten kam die Polizei, als der nicht einschlägig vorbestrafte Mann im Juni 2014 erneut in Kassel zuschlug. Dabei wurde er in einem öffentlichen Verkehrsmittel von der Video-Überwachung erfasst. Bei der Fahndung im polizeiinternen Netz erkannten dann mehrere Polizisten den Mann aus der Rhön.

Laut dem Fuldaer Oberstaatsanwalt Lars Streiberger habe sich der Angeklagte im überwiegenden Anteil der Fälle als Polizist ausgegeben. In wenigen Fällen habe er aber auch vorgegeben, Schwimmbad-Mitarbeiter oder Angestellter des Gesundheitsamtes zu sein, zudem auch Mädchen ohne Legende angegriffen.

„Die Durchsuchung ging jeweils in sexuellen Missbrauch über“, sagte Streiberger. Der Student berührte unter anderem die Brüste und den Intimbereich der Mädchen. Weil der Angeklagte bei einem Teil der Taten noch nicht volljährig war, verhandelt das Gericht nicht öffentlich.

Am Donnerstag wird der Prozess, für den sechs Verhandlungstage angesetzt sind, mit ersten Zeugenaussagen fortgesetzt. Laut Staatsanwaltschaft sind alle geschädigten Mädchen geladen. Ein Urteil wird Mitte Februar erwartet.

Von Sebastian A. Reichert

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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