Strafanzeige wegen Sachbeschädigung erstattet

Zerstörungswut im Park Schönfeld: Erneut Totalschaden am Wasserstein

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Vandalismus im Park Schönfeld: Steinmetzmeister Gerrit Schade (links) und Prof. Walter Sons besichtigen die zusätzlichen Bruchstellen am Reibeklangstein des Klangpfades.

Kassel. Der Park Schönfeld macht nicht nur optisch, sondern auch akustisch viel her. Der Klangpfad entlang des Rundweges durch den Park ist ein gern genutztes Angebot. Aber auch Vandalismus bleibt leider nicht aus. Jetzt gab es einen besonders drastischen Fall von Zerstörung.

„Zynisch gesagt haben so halt auch diejenigen Spaß am Klangpfad, die lieber zerstören als kreativ werden“, sagt Professor Walter Sons resigniert.

Gerne würde der Initiator des Klangpfades mal mit den Menschen sprechen, die so etwas tun. „Nicht um Vorwürfe zu machen“, sagt er. Das würde wenig bringen: „Nein, um ihnen mal zu zeigen, was es für Alternativen zu Zerstörungswut gibt und wozu die Steine eigentlich dienen - zur Musik.“

Das war die Idee des Klangpfades: Spaziergänger und Besucher einladen, den Klangreichtum der Objekte zu entdecken und sich auf musikalische Entdeckungsreisen zu begeben. Aber seit der Umsetzung der Idee, im Jahr 2002, werden immer wieder Teile der Installationen zerstört. Mal sind es die Schlägel, mal die Steine, erzählt Sons. Auch der jetzt komplett zerstörte Reibeklangstein an der „Wasserklänge“-Station musste in den vergangenen Jahren mehrfach restauriert oder komplett ausgetauscht werden.

Erst vor sechs Wochen hatte Steinmetz- und Steinbildhauermeister Gerrit Schade den Reibeklangstein wieder aufwändig in Form gebracht. Der neuerliche Schaden sei aber nur sehr schwer wieder zu reparieren, schätzt Schade . „Dafür sind zu viele Einzelteile zersplittert. Wahrscheinlich wird die Installation komplett ausgetauscht werden müssen.“

Die Schadenskosten würden sich dann bereits auf mehr als 5000 Euro belaufen. Das ist kein Kavaliersdelikt mehr, da sind sich Schade und Sons einig.

Da der Klangpfad seit April 2012 der Stadt Kassel übergeben wurde und seither in der Verwaltung des Umwelt- und Gartenamtes ist, hat die Stadt nun eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung erstatten. Hinweise werden gern entgegen genommen: „Vielleicht hat ja ein Spaziergänger etwas bemerkt und kann uns Bescheid geben“, erhofft Sons.

Informationen und Kontakt: www.klangpfad-kassel.de

Von Melanie Triesch

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