„Mit Allahs Hilfe alles in Ordnung“

Mord-Prozess Savasci: Polizei hörte Telefongespräche ab

Kassel. Nachdem Mehtap Savasci am 7. Oktober 2014 verschwunden war, hörte die Polizei die Telefonanschlüsse von verschiedenen Angehörigen der 40-Jährigen ab.

Dokumentierte Mitschnitte aus einigen für die Ermittler relevanten Gespräche wurden am Donnerstag vor der sechsten Strafkammer des Kasseler Landgerichts verlesen.

Demnach rief der wegen des Verdachts des Mordes Angeklagte, der 51-jährige Bruder von Mehtap Savasci, am 13. Oktober 2014 seinen Schwiegersohn an und fragte diesen, ob er alles in Ordnung gebracht habe. Der Schwiegersohn bejahte die Frage und sagte, dass mit Allahs Hilfe alles in Ordnung gehe. Wichtig sei, dass die Familie zusammenhalte. Zudem sagte er zu dem Angeklagten: „Du bist der Größte, Du bist Baba.“

Einen knappen Monat später scheint die Loyalität des Schwiegersohns abgenommen zu haben. In einem Telefongespräch sagte der Schwiegersohn zu einem Bekannten: „Ich glaube, mein Schwiegervater hat das getan.“ Er selbst habe jetzt die ganze Verantwortung für die Familie, aber das Leben gehe auch weiter.

Noch deutlichere Worte fand der Schwiegersohn in einem Telefonat mit seiner Frau am 10. November 2014. Dort äußerte er: „Es ist nicht mein Problem, wenn dein Vater deine Tante tötet.“ Zudem sagte er: „Mich interessierst weder deine Tante noch dein Vater.“ In dem Telefonat sagte er auch, dass er selbst ein reines Gewissen habe. „Auch wenn dein Vater mich darum gebeten hätte, hätte ich das nicht mitgemacht.“ Der Schwiegersohn gab auch an, dass er damit rechnet, dass seine Telefongespräche von der Polizei abgehört werden. Mit dieser Annahme hatte er Recht.

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