Auch die Stadt bietet nun Nachtragungen an

Corona-Impfungen in Impfpass: So funktioniert es in Kassel

Kassenhäuschen vor dem Kasseler Auestadion
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Die Kassenhäuschen vor dem Kasseler Auestadion: Ab nächster Woche bietet die Stadt dort Geimpften die Nachtragung in ihren Impfpass an.

Ab nächster Woche gibt es nun auch in der Stadt Kassel die Möglichkeit, Corona-Schutzimpfungen im Impfpass nachtragen zu lassen.

Kassel - Das Angebot gilt für alle, die ihre Corona-Zweitimpfung bis Ende April im Impfzentrum Kassel erhalten haben. Für die Nachtragungen werden die Kassenhäuschen auf dem Vorplatz des Auestadions – nahe des Impfzentrums – genutzt. Angeboten werden zwei Zeitfenster: Nächste Woche können Personen, die ihre Zweitimpfung im Januar und März erhalten haben, die Nachtragungen vornehmen lassen, in der Woche darauf diejenigen, deren Zweitimpfung im Februar und April stattgefunden hat.

Im Landkreis konnten Geimpfte bereits am Donnerstag den Nachweis über die Corona-Schutzimpfung in ihren Impfausweis eintragen lassen. Der Andrang war groß – und teils auch der Unmut. Denn das Angebot des Kreises gilt nur für diejenigen, die im Caldener Impfzentrum immunisiert wurden. Wer seine Impfung im Kasseler Zentrum bekommen hat, bevor alle hessischen Zentren geöffnet wurden, muss diese in den kommenden beiden Wochen in Kassel nachtragen lassen.

Impfpass aus Papier behält auch bei Einführungen der digitalen Variante Gültigkeit

Vielen Geimpften ist das Nachtragen wichtig, da der Papier-Impfpass auch dann weiter gelten soll, wenn es den digitalen Impfausweis gibt. Dessen Einführung ist für den Sommer geplant. Angepeilt wird laut Gesundheitsminister Jens Spahn ein Start bis Ende Juni.

In Kassel wurden bisher 83.535 Impfdosen verabreicht, das sind 8398 mehr als vor einer Woche. Dabei werden aber nur die Impfungen aus dem Impfzentrum, den Kasseler Krankenhäusern und von den mobilen Teams mitgerechnet. Die von Hausärzten verabreichten Impfungen sind dagegen nicht in der Zahl enthalten, da diese nicht an das hiesige Gesundheitsamt melden. Das Zentrum in Calden vermeldet bisher 67.007 Impfungen. Das sind 6563 mehr als eine Woche zuvor. 16.136 der Geimpften haben auch ihre Zweitimpfung erhalten.

Über 30 Prozent der Hessen mindestens einmal geimpft

Hessenweit sind mittlerweile 30,8 Prozent der Menschen einmal geimpft. Damit liegt das Bundesland im Vergleich aller Bundesländer auf Rang acht. Lange war Hessen Schlusslicht bei der Impfquote – das hat sich nun also geändert. Vollständig geimpft sind in Hessen 516 595 Menschen (8,2 Prozent). Damit belegt das Bundesland im Ländervergleich auf Platz zwölf.

Kassel: Corona-Schutzimpfung nachtragen lassen - so funktioniert es

Endlich können sich all jene, die im Kasseler Zentrum geimpft wurden und nur eine Bestätigung auf einem Extrazettel bekommen haben, die Impfung in ihren Ausweisen nachtragen lassen. Fragen und Antworten zu diesem und weiteren Corona-Themen:

Wo kann ich in Kassel meine Corona-Schutzimpfung in den Impfpass nachtragen lassen?

Für die Nachtragungen nutzt die Stadt die Kassenhäuschen des Auestadions. Damit sich dort nicht zu viele Menschen begegnen, gibt es folgende Gruppen und Zeitfenster: Personen, deren Zweitimpfung im Januar und März stattfanden, können ihre Nachtragungen zwischen Montag und Mittwoch (10. Mai und 12. Mai) jeweils von 17 bis 20 Uhr vornehmen lassen. Für Personen, deren Zweitimpfung im Februar und April stattfanden, sind die Nachtragungen von Montag, 17. Mai, bis Mittwoch, 19. Mai, jeweils von 17 bis 20 Uhr möglich. Terminvergaben sind nicht vorgesehen.

Was muss ich zur Nachtragung mitbringen?

Wer die Erst- und Zweitimpfung nachtragen lassen will, muss die vom Impfzentrum ausgestellte Impfbescheinigung und seinen Impfpass mitbringen. Geimpfte müssen aber nicht persönlich kommen, sondern können laut Stadt die Nachtragungen auch von Familienangehörigen oder Bekannten vornehmen lassen. Diese müssen dafür aber die entsprechenden Dokumente des Geimpften vorlegen. Die Stadt bittet darum, für die Nachtragungen nicht die Parkplätze vor dem Impfzentrum zu nutzen. Es stünden Parkplätze etwa an der Damaschkestraße, Am Sportzentrum und am Messegelände zur Verfügung.

Kann ich bei der Gelegenheit auch einen neuen Impfpass bekommen?

Nein. Die Stadt weist ausdrücklich darauf hin, dass es nicht möglich ist, neue Impfpässe zu erhalten. Auch beim Gesundheitsamt Region Kassel seien derzeit keine Impfpässe erhältlich. Neue Pässe könnten über den Einzel- oder Online-Handel gekauft werden.

Reicht nicht eigentlich die Impfbescheinigung aus?

Doch, sagt die Stadt. Bei der bis Ende April im Impfzentrum ausgestellten Impfbescheinigung handele es sich um ein vollwertiges Ersatzdokument für den Nachweis der Corona-Schutzimpfung. Diese sei auch bei Auslandsreisen und Grenzkontrollen „absolut ausreichend“, da es sich um ein internationales Dokument handele.

Wie haben sich die Infektionszahlen entwickelt?

84 Neuinfizierte hat das Gesundheitsamt am Samstag gemeldet. Die Zahl der aktuell Infizierten lag bei 1473 in der Region, das sind 21 weniger als am Vortag. 92 Infizierte (minus 1) müssen in Kliniken behandelt werden, davon liegen 39 auf einer Intensivstation. Das Gesundheitsamt berichtet zudem von weiteren 102 Genesenen im Vergleich zum Vortag. Allerdings gibt es auch drei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Corona – alle drei wurden im Landkreis gemeldet.

Deutschlandweit liegt die Inzidenz mittlerweile bei 125,7. Wie sieht es in Stadt und Kreis Kassel aus?

Im Landkreis Kassel liegt die Sieben-Tage-Inzidenz mit 118,7 (Vortag: 124,6) nur leicht über dem Bundesdurchschnitt von 121,5 (Stand: 08.05.2021). Ganz anders sieht das in der Stadt aus, deren Wert am Samstag mit 178,6 (Vortag: 179,6) angegeben wurde. Von Lockerungen ist die Stadt also weiter weit entfernt. Kassel hat derzeit die höchste Inzidenz in ganz Nordhessen. Und auch im Vergleich mit anderen hessischen Städten steht Kassel nicht gut dar: Frankfurt liegt etwa bei 138,2 und Wiesbaden bei 133,2. Allein Offenbach hat eine höhere Inzidenz (219,5). Hessenweit wird die Inzidenz am Samstag vom Sozialministerium mit 123,1 angegeben. Die aktuellen Corona-Fallzahlen für die Region Kassel gibt es täglich hier.

Warum liegt die Inzidenz in Kassel so viel höher als im Bundesdurchschnitt?

Laut Stadt Kassel sind aktuell vermehrt Fälle in verschiedenen beruflichen Zusammenhängen aufgetreten. So gibt es in vielen Firmen und Betrieben, in der Industrie, bei Pflegediensten und auf Baustellen gleich mehrere infizierte Mitarbeiter. Häufig seien diese in Fahrgemeinschaften zur Arbeit gefahren, Mitarbeiter hätten gemeinsam Pause gemacht oder eng zusammen gearbeitet,  teilt das Gesundheitsamt mit. „Oft wurden die empfohlenen Abstände nicht konsequent eingehalten oder auf das Tragen von Masken ganz verzichtet.“

Unverändert kommt es zudem in vielen Familien zu Infektionsketten – ohne dass bestimmten Nationalitäten besonders auffallen. „Regionale Unterschiede der Inzidenzen zwischen Landkreis und Stadt lassen sich vielleicht auf die engeren Wohnverhältnisse in der Stadt zurückführen“, so das Gesundheitsamt. Zu Auswirkungen von religiösen Zusammenkünften – wie etwa während Ramadan – auf die Zahl der Neuinfektionen gebe es aktuell keine Erkenntnisse. (Andreas Hermann und Marie Klement)

Lockerungen für Geimpfte gelten ab Sonntag

Menschen, die vollständig gegen das Coronavirus geimpft oder von der Krankheit genesen sind, haben ab Sonntag mehr Freiheiten. Der Bundesrat stimmte der entsprechenden Verordnung zu. Für die Geimpften und Genesenen entfallen Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen, sie werden Menschen mit negativem Testergebnis gleichgestellt. Geimpfte und Genesene brauchen zudem keinen negativen Test mehr, wenn sie einkaufen oder zum Friseur gehen.

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