Viele Menschen profitierten jetzt in der Innenstadt von den neuen Lockerungen

Einkaufen in Kassel ohne Corona-Test

Ein Frau mit Einkaufstaschen steht in der Kasseler Fußgängerzone
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Auf gut Glück ohne Test gekommen: Nathalie Möller hat Deko-Artikel gekauft.

In Kassel dürfen Geschäfte mit Zugangsbeschränkungen öffnen, und die Maske bleibt Pflicht – anders als der Negativtest, der nicht mehr vorgelegt werden muss. Was jetzt fürs Einkaufen gilt, haben gestern bereits einige Menschen ausprobiert. Ein Blick in die gut besuchte, aber nicht überfüllte Kasseler Innenstadt.

Kassel – Zwei beobachten das Leben in der Oberen Königsstraße seit dem frühen Morgen: „Pitbull“ und Hund Ben. Der 49-Jährige lebt auf der Straße, erfährt neue Regeln über die Streetworker, und stellt fest: „Mit den Lockerungen steigt die Laune der Menschen.“

Unter denen sind Rainer Waßmuth (69) und Tochter Jeanette Hassa (36). Parfum, Handy und Motorradjacke – das hat sie von Homberg nach Kassel fahren lassen. „Man muss sich jetzt nur an die Regeln halten, damit das alles gut geht“, sagt Waßmuth, der es sehr genieße, nach dem Einkauf noch einen Kaffee in der Sonne trinken zu können. Die 66-jährige Kornelia Holland aus Hümme wolle gleich wieder nach Hause. „Die Menschen sind sehr unbekümmert geworden, so ganz aus der Welt ist die Sache ja noch nicht.“ Das sagt auch Jenny Niemeyer (32): „Viele laufen ohne Maske herum. Ehrlich gesagt, wäre es mir lieber, wenn man sich noch testen lassen müsste. Alles besser als ein erneuter harter Lockdown.“

Im Außenbereich des Königskellers hat Ulrike Lohwasser (54) gerade ihr Schmandschnitzel bekommen. Sie wohne in Quedlinburg, wo noch nicht gelockert wurde. „Ich bin nicht getestet und war für meinen Besuch auf eine Bratwurst auf die Hand eingerichtet.“ Inhaberin Nergül Toprakci (54) erzählt, die Infotafel zur Testpflicht hätte viele Leute abgeschreckt. „Die meisten guckten drauf und gingen weiter.“

Zwei Taschen voller Deko hat Nathalie Möller bei sich. Sie sei auf gut Glück losgegangen. Dass sie keinen Test mehr braucht, erfuhr sie erst im Laden Søstrene Grene. „In einigen Läden brauchte man ja vorher schon keinen Test“, sagt die 31-Jährige. Jeder zweite Kunde habe gefragt, ob er den Negativtest noch brauche, sagt Søstrene-Mitarbeiterin Jacqueline König. Seit elf Uhr geöffnet, habe man in der Stunde an die 15 Kunden – das sei normal für einen Vormittag unter der Woche.

Kamen extra aus Homberg: Rainer Waßmuth (69) und Tochter Jeanette Hassa (36).

Mit dem großen Ansturm rechnen Natalia Bauer von Douglas und Serhat Güler aus dem Sportgeschäft Snipes erst am Wochenende. Einige Kunden, die gestern Vormittag bei Snipes waren, hätten automatisch den Negativtest vorgezeigt. „Ist ja irgendwie auch Normalität geworden“, sagt Güler.

Die neue Realität könnten Schlangen an der Kasse sein – das zeigte sich bei H&M und Sinn – und fehlende Einheitlichkeit: Während die Kunden bei H&M nicht einmal mehr gezählt werden, empfängt Douglas sie persönlich. Manche Läden weisen auf Abstand und Maskenpflicht hin, kontrollieren aber nicht, ob der Kunde Zählchip oder Tüte mitnimmt. Einige Geschäfte hatten gestern noch geschlossen. So wie Lotta&Leander in der Königsgalerie, die zu spät von den Lockerungen erfahren haben, wie Filialleiterin Elena Spiers sagt. Gegenüber zeigt sich im voll besetzten Restaurant Avanti ein Trend, der auch in anderen Lokalen zu beobachten war: Viele Menschen nutzten die sonnigen Außenbereiche der Cafés und Restaurants.

(Anna Lischper)

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