Halle auf Messegelände Corona-gerecht umgestaltet

Kasseler Messe-Branche trotzt Corona mit neuer Location

Philipp Gans (von links, Realution), Juliane Umbach (Messe Kassel) und Björn Fischer (Party Rent) in der nach Corona-Hygienevorgaben gestalteten Halle 5 der Messe Kassel.
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Wollen wieder positiv in die Zukunft blicken: Philipp Gans (von links, Realution), Juliane Umbach (Messe Kassel) und Björn Fischer (Party Rent) in der nach Corona-Hygienevorgaben gestalteten Halle 5 der Messe Kassel.

Die Messe Kassel und die Veranstaltungs-Dienstleister Party Rent und Realution haben mit der H5 Safe Event Location einen Corona-konformen Veranstaltungsraum für Tagungen, Kongresse und Feiern geschaffen.

Kassel – „Es ist ein Schritt nach vorn in einer schweren Zeit“, sagt Björn Fischer, Vertriebsleiter des Kasseler Veranstaltungslogistik-Dienstleisters Party Rent. Gemeinsam mit der Messe Kassel und dem Immenhäuser Veranstaltungstechnik-Dienstleister Realution hat das Unternehmen ein Konzept für einen Veranstaltungsraum entwickelt, der auch in Corona-Zeiten die Durchführung sicherer Veranstaltungen ermöglichen soll. Dazu haben die Partner ein 80-seitiges Hygienekonzept erarbeitet, mit dem Gesundheitsamt der Stadt Kassel abgestimmt und umgesetzt.

Das Ergebnis ist die H5 Safe Event Location in der Halle 5 der Messe Kassel. Die 3800 Quadratmeter große Fläche (das entspricht etwa einem halben Fußballfeld) erinnert jetzt allerdings kaum mehr an eine Messehalle. Die sonst eher kargen Wände sind mit weißen und schwarzen Vorhängen abgehängt, der Steinboden mit dunklem Teppichboden ausgelegt, die LED-Beleuchtung taucht die Location in warmes Licht.

Party Rent hat unter anderem die Design-Möbel sowie die Thekenlösungen gestellt, Realution die Licht- und Beschallungstechnik sowie eine Bühne mit einer 26 Quadratmeter großen LED-Wand. Die Location eignet sich für Veranstaltungen mit 250 bis 600 Personen wie etwa Tagungen, Weihnachtsfeiern, Betriebsversammlungen und private Feiern.

Aufwendige Hygienemaßnahmen machen das möglich: So wird nur angemeldeten Gästen Einlass gewährt. Alle Wege sind im Einbahnstraßen-System angelegt. Der Garderobe in Selbstbedienung sind Tischblöcke und -nummern zugeordnet. Im derzeitigen Testaufbau ist die Veranstaltungsfläche in fünf Tischblöcke mit insgesamt 510 Sitzplätzen aufgeteilt. Zwischen ihnen liegt ein fünf Meter breiter Gang, die Tische in den jeweiligen Abschnitten stehen in nötigem Abstand zueinander. „Es gibt kein wildes Durcheinander, sondern möglichst kurze Wege und wenig Kontaktflächen“, sagt Fischer.

Speisen und Getränke gibt es an jeweils zwei Theken pro Block. „Das Essen in Gläsern, das Besteck in Tütchen, alles mit ausreichend Abstand. Spuckschutz und Desinfektionsmöglichkeiten versehen, wie sie überall in der Halle zu finden sind“, erläutert der Vertriebsleiter. Das Essen entnehmen die Gäste selbst und geben Gläser und Geschirr auch selbst wieder zurück. Ein wesentlicher Faktor ist laut Rüdiger Gans von Realution auch die Be- und Entlüftung der Location. „Sechs Lüftungsgeräte versorgen die Halle mit 60 000 Kubikmetern Frischluft“, erläutert er. Ein weiterer Standortvorteil seien die 3800 kostenfreien Parkplätze an der Messe Kassel, die eine individuelle Anreise ermöglichten, ergänzt Fischer.

Das Gesundheitsamt hat das Hygienekonzept genehmigt, das mithilfe von IHK-zertifizierten Fachbeauftragten für Hygiene im Veranstaltungswesen der Kasseler Service Allstars GmbH entwickelt worden ist. Der Personaldienstleister stellt die eigens geschulten Servicekräfte. Das Catering ist offen. „Sollte ein Caterer sein eigenes Personal einsetzen wollen, muss er das mit dem Gesundheitsamt abstimmen“, so Fischer. Die Bestuhlung ist unter Einhaltung der Vorgaben flexibel gestaltbar. Für jede Veranstaltung wird das Hygienekonzept individuell angepasst.

„Die größte Hürde ist die Unsicherheit der Menschen“, meint Fischer. Er kann die Ängste gut verstehen. „Es gibt Corona, und es ist gefährlich. Wir müssen unseren Gästen die größtmögliche Sicherheit bieten, und das tun wir auch“, sagt er. „Unser Ziel ist, dass die Besucher sich sicher fühlen, wenn sie die Halle betreten und hier eine schöne Zeit abseits von Corona verbringen können“, ergänzt Juliane Umbach von der Messe Kassel.

Neben der MT Melsungen, die die H5 an künftigen Spieltagen nutzen wird, gebe es bereits weitere Buchungen und täglich Termine zur Besichtigung mit Interessenten. „Wir wollen zeigen, dass man etwas tun kann. Wir wollen nicht nur Geld vom Staat geschenkt bekommen, sondern es wieder selbst verdienen“, betont Fischer.

Von Nicole Schippers

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