Ver.di-Protest gegen Abbau des Technik-Services

40 Mitarbeiter in Kassel betroffen: Telekom streicht Jobs

Protest in der Mittagspause: Ver.di-Sekretär Pascal Röckert (rechts) informierte die von den Plänen betroffenen Mitarbeiter mit Betriebsrat Klaus Umbach am Standort Kassel. Foto: Hermann

Kassel. Die Telekom plant den Abbau weiterer Arbeitsplätze am Standort Kassel. Das Unternehmen will seinen Technik-Service (DTTS) von bundesweit 153 auf 23 Standorte ausdünnen.

Auf der Streichliste der Geschäftsführung (Bericht unten) stehen auch die 40 Innendienst-Beschäftigten in den Räumen der Friedrich-Ebert-Straße. Außendienst-Mitarbeiter und damit die Kunden sollen von den Plänen nicht betroffen sein.

In der Mittagspause haben am Dienstag die DTTS-Mitarbeiter am Torbogen des ehemaligen Hauptpost-Gebäudes gegen die Umstrukturierung protestiert. Werden die Pläne umgesetzt, müssen die 40 Kasseler Beschäftigten aus fünf Betrieben künftig zur Arbeit nach Göttingen oder Frankfurt pendeln, berichtete der Betriebsrat Klaus Umbach.

„Keine Perspektiven mehr“

„Das würde bedeuten, dass es in Kassel keine Perspektive mehr für euch gibt“, sagte Umbach am Dienstag in Richtung der Mitarbeiter und Auszubildenden. Mit Abbau des Technik-Services würde der Standort weiter geschwächt. Nach Umbachs Angaben zählte die Telekom in den 1990er Jahren rund 2300 Beschäftigte in Kassel – heute sind es noch rund 400 in Kassel und Umgebung insgesamt. Davon gehen noch 100 Mitarbeiter in der Friedrich-Ebert-Straße ihrer Arbeit nach, 90 sind es am Standort Lohfelden.

Schon vor Jahren musste der Standort Kassel den Status als Telekom-Niederlassung aufgeben. Kassel ist seither Außenstelle von Fulda. 2010 wurde der Kundenservice nach Fulda abgezogen, 2013 der Geschäftskundenbereich nach Frankfurt verlegt, erklärte Gewerkschaftssekretär Pascal Röckert von Ver.di Hessen.

Die Gewerkschaft kritisiert die Pläne zur Umorganisation der DTTS-Standorte als „unverantwortlichen Kahlschlag“ und „nicht nachvollziehbaren Rückzug aus der Fläche“. Sie fordert das Unternehmen auf, erneut in Verhandlungen über ein sozialverträgliches Konzept einzusteigen. Ver.di fordert von der Telekom eine deutlich höhere Anzahl von Standorten, ein Maßnahmenpaket zur Abmilderung der Folgen sowie Standortgarantien und Schutzregelungen.

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