Gemeinde Fuldatal wirbt für Bürgerbeteiligung an Haushalt – 40 Einwohner bei Infoveranstaltung im Forum

Mitreden beim Geldausgeben

Gemeindeverwaltung: Im Fuldataler Rathaus hofft man auf Vorschläge aus der Bevölkerung, wie 2013 mit Einnahmen und Ausgaben der Kommune umgegangen werden soll. Archivfoto: Schräer

Fuldatal. Ein dickes Buch, vollgestopft mit Zahlen, so präsentiert sich ein Haushaltsplan. Für Laien schwer verständlich, fristet er normalerweise ein Leben fernab der Öffentlichkeit. Das soll in Fuldatal anders werden, und darum hatte die Gemeinde zu einer Informationsveranstaltung zum Bürgerhaushalt 2013 ins Fuldataler Forum eingeladen.

40 Besucher waren der Einladung gefolgt, unter ihnen viele ohne kommunalpolitischen Hintergrund. Wie Hugo Schön aus Wahnhausen. „Das ist heute mal etwas ganz Neues. Ich finde es interessant mitzubekommen, wie so etwas funktioniert. Man kann sich ein Gesamtbild verschaffen“, sagte er.

Ziel des Bürgerhaushaltes ist es, die Einwohner an der Finanzplanung der Gemeinde zu beteiligen. Bürgermeisterin Annegret Werderich (FDP) hofft auf möglichst viele Vorschläge aus der Bevölkerung. Dass es dabei weniger ums Ausgeben denn ums Sparen gehen wird, daran ließ sie keinen Zweifel. „Das ist ja kein Wunschkonzert“, sagte sie mit Blick auf das Defizit der Gemeinde. „Es gibt überhaupt kein Denkverbot, aber man sollte bei jedem Vorschlag immer überlegen, wo wir das Geld hernehmen sollen.“

Nach allgemeinen Informationen zum Ablauf des Bürgerhaushaltes erklärte Kämmerer Manfred Ludewig als Beispiel den Haushaltsplan des laufenden Jahres. Zudem bekamen die Besucher ein Faltblatt mit Informationen. Einigen war das zu wenig. „Warum stellen Sie den Haushaltsplan nicht ins Internet?“, schlug Bernd Rühl aus Wahnhausen vor. Dann hätte man eine Grundlage für die eigenen Vorschläge. Er war gekommen, weil er Anlieger einer Straße ist, die 2013 saniert werden soll. „Ich will mal schauen, was überhaupt gemacht werden muss und wie sich Bürger und Gemeinde miteinander verständigen können“, erklärte er.

Bei der Einführung des Bürgerhaushaltes hat sich Fuldatal an Bad Wildungen orientiert, wo das Projekt laut Werderich seit einigen Jahren erfolgreich läuft. Ganz im Gegenteil zur Stadt Kassel, die den Bürgerhaushalt 2007 aus Mangel an Interesse für gescheitert erklärt hat.

„Wir hoffen, dass wir Erfolg haben. Mir ist es wichtig, dass die Bürger die Chance erkennen und sich einbringen“, erklärte Werderich. Jeder Vorschlag werde geprüft und bewertet. Ob etwas realisiert werden kann, entscheiden die gemeindlichen Gremien. Foto: Schilling KOMMENTAR

Von Meike Schilling

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