Initiatoren sind zufrieden

Mittagspause ohne Autos: Experiment auf der Unteren Königsstraße noch eine Woche

Skateboard statt Autoverkehr: So sah es gestern auf der Unteren Königsstraße aus.
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Skateboard statt Autoverkehr: So sah es gestern auf der Unteren Königsstraße aus.

Mittagszeit auf der unteren Königsstraße zwischen Stern und Holländischem Platz. Wo sonst Autos das Bild und auch den Ton bestimmen, ist es erstaunlich ruhig.

Kassel - Es riecht auch nicht nach Abgasen, sondern eindeutig nach Dönergerichten, die hier von mehren Imbissen und Restaurants angeboten werden. Ab und zu fährt eine Straßenbahn vorbei, ansonsten gehört die Straße den Menschen. Eine gute Woche noch, so lange dauert das Verkehrsexperiment hier noch. Wie das ankommt? Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen.

Zum Beispiel in den beiden Elektronikgeschäften in diesem Abschnitt, die unter anderem auch größere Fernseher verkaufen. Obwohl der Chef gerade nicht da ist und man eigentlich dazu nichts sagen will, so viel dann doch: Weil viele Kunden normalerweise mit dem Auto vorfahren, sei momentan deutlich weniger los. Man freue sich auf die übernächste Woche, wenn der Versuch endlich vorbei sei.

Ganz anders sind die Reaktionen draußen auf der Straße. Hier bekomme man den besten Kaffee in der Stadt, sagt David Khorany. Der 27-Jährige aus Wolfsanger findet es toll, dass er mit einem Freund einfach an einem Tisch auf der Straße sitzen kann. „Von mir aus könnte das immer so sein, die Straße hat total gewonnen“, sagt er und genießt den Urlaubstag vor dem Café Sardegna.

In der Mittagspause von der Uni zur Unteren Königsstraße: Eugen Prints (ganz links) und seine Kollegen genießen den Freiraum in dem für Autos gesperrten Bereich.

Ein paar Meter von ihm entfernt sitzt eine Gruppe von jungen Männern ebenfalls an einem Tisch auf der Fahrbahn. „Wir machen hier jetzt regelmäßig unsere Mittagspause“, sagt Eugen Prints, der ebenso wie die anderen als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität beschäftigt ist. Von dort ist es nur ein kurzer Spaziergang bis hierher.

Und wie sieht es mit dem Verkehr rund um die für Autos gesperrte die Untere Königsstraße aus? Eine offizielle Bewertung der Stadt steht noch aus, eine Häufung von Beschwerden gab es bislang aber wohl nicht.

Im Gegenteil. „Ich habe die Rückmeldung, dass es auch im benachbarten Quartier Pferdemarkt ruhiger geworden ist“, sagt Samson Kirschning vom Studio Raamwerk, das das Projekt unterstützt und auch das Begleitprogramm organisiert. Der Schleichverkehr über den Pferdemarkt lohnt sich nicht mehr seit die Untere Königsstraße gesperrt ist.

Das bleibt noch eine Woche so. Und wer noch nicht da war, sollte vielleicht mal einen Spaziergang am Wochenende einplanen. Das geht ganz entspannt mitten auf der Straße. Konzerte, Tanzvorführungen, Freiluftkino und ein Ernte-Dank-Fest am Sonntag stehen auch noch auf dem Programm. (Thomas Siemon)

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