„Das Rathaus ist unser“

1000 Narren entmachteten Kassels Oberbürgermeister

Strum auf das Kasseler Rathaus: Angeführt von Prinzessin Susi und Prinz Andreas I (vorn Mitte) hatten die Narren leichtes Spiel. Nach kurzer Gegenwehr ergab sich Oberbürgermeister Bertram Hilgen den Karnevalsgesellschaften. Fotos: Schachtschneider

Kassel. „Das Rathaus ist unser“ schrie Prinzessin Susi am Samstagmittag, nachdem sie gemeinsam mit ihrem Mann, Prinz Andreas I, und vielen weiteren Narren das Rathaus gestürmt hatte.

Wie jedes Jahr hatte Oberbürgermeister Bertram Hilgen mit der Hilfe von Stadtverordneten und einer Konfetti-Kanone versucht, das Rathaus zu verteidigen – ohne Erfolg.

Und so ergab sich Hilgen, aber nicht ohne die Karnevalisten in Versform darauf hinzuweisen, dass es im Rathaus nichts zu holen gibt: „Nur weil der Rettungsschirm gespannt, glaubt ihr, es regnet Taler. Der Reichtum nahm nicht Überhand, das Portemonnaie ist schmaler.“

Apropos Geld: Die Kasseler Karnevalisten hatten sich nicht lumpen lassen beim Umzug, der zuvor vom Königstor über die Fünffensterstraße, Neue Fahrt zum Königsplatz und zurück zum Rathaus stattgefunden hatte: Sie verteilten reichlich Kamelle an die Zuschauer.

Schlüsselübergabe: Oberbürgermeister Bertram Hilgen (Mitte) und Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich (links).

Leider standen nur wenige Menschen am Königstor, als sich der Zug um 12.11 Uhr mit 44 Gruppen und rund 1000 Teilnehmern bei herrlichem Sonnenschein in Bewegung gesetzt hatte. Patrick Hartmann, Präsident der Gemeinschaft Kasseler Karnevalsgesellschaften, zeigte sich dennoch mit der Resonanz zufrieden. „Es war besser, als wenn wir früher vom Friedrichsplatz losgelaufen sind.“ Er geht davon aus, dass die Karnevalisten auch beim Umzug im kommenden Jahr vom Autohaus Glinicke am Königstor loslaufen werden. Dann würden auch noch mehr Zuschauer kommen. „Schließlich sind wir größer, schöner und bunter geworden“, sagte Hartmann mit Blick auf 20 Gruppen aus der Region, die erstmals am Kasseler Karnevalsumzug teilgenommen hatten.

Kasseler Narren stürmen Rathaus

In der Tat war das eine Bereicherung: Auffallend musizierte zum Beispiel der Spielmannszug Werratal aus Eschwege. Die Teilnehmer hatten sich als Mexikaner verkleidet und sorgten mit ihrer Musik für wirklich gute Stimmung. In der Innenstadt blieben dann auch zahlreiche Passanten stehen, um dem Treiben der Karnevalisten zuzuschauen. Vereinzelt gab es sogar Helau-Rufe in Richtung des Umzugs.

Verteidigung: Noch können die Rathaus-Bienen die Kasseler Karnevalisten in Schach halten.

Für die allerschönste Kostümierung wurde allerdings keine neue Gruppe aus der Region ausgezeichnet, sondern alte Hasen des Kasseler Karnevals. Die Windbiedel aus Fuldatal landeten mit ihren roten prächtigen Kleidern auf dem ersten Platz und wurden dafür geehrt. (use)

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