Feuerwehrleute in voller Montur

24 Stunden Strampeln: 12.838 Kilometer für den guten Zweck

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In voller Montur dabei: (von links) Patrick Kiesewetter, Pascal Schelkopf, Philipp Heinzel, Stefan Heinemann und Marvin Stöbener vom Firefit-Team der Kasseler Berufsfeuerwehr und Organisator Torben König (3. von links). 

12.838 Kilometer sind beim vierten 24-Stunden-Strampeln im Kasseler Eurofit zusammengekommen. Für jeden zurückgelegten Kilometer wird Geld gespendet.

Sie tragen ihre Einsatzkleidung, eine Sauerstoffflasche und einen Feuerwehrhelm – Gesamtgewicht: 20 Kilo. Nur die Stiefel sind gegen Turnschuhe getauscht worden. Der Feuerwehrmann hat schon seine ersten 30 Minuten unter erschwerten Bedingungen auf dem Laufband hinter sich. Mindestens sechs Mal wird er bis um 11 Uhr am Sonntag noch in seine Einsatzhose schlüpfen, seinen Schutzhelm aufziehen und am Ende eine Marathondistanz zurückgelegt haben – und das nicht, weil es irgendwo brennt, sondern für den guten Zweck. 

Zusammen mit sechs Kollegen hat Heinemann an „24h Strampeln und Laufen für den guten Zweck“ im Eurofit in der Kurfürstengalerie teilgenommen. Die Einsatzkräfte wechseln sich jede halbe Stunde ab. „Die größte Herausforderung ist der Hitzestau“, sagt Heinemann. Kleidung, die bei Bränden Hitze abhalte, die lasse auch umgekehrt nichts von innen nach außen. Philipp Heinzel hat schon einige Kilometer zurückgelegt – aus der Puste ist er noch nicht, aber langsam wird es warm unter seinem Helm, und die Gesichtsfarbe wandelt sich in ein leichtes Rot. „Man muss er einfach auch als Training für den Einsatz sehen“, sagt er. 

Einer besonderen Herausforderung haben sich Stefan Ludwig und Daniel Schlung gestellt. Beide wollen 24 Stunden durchhalten auf den Trainingsfahrrädern. „Man mag es für verrückt halten“, sagt Ludwig, der sich Verpflegung auf einen Stehtisch gelegt hat. Wenn er dann müde wird, will der Personaltrainer noch an Trainingsplänen arbeiten. Die Unterlagen dafür hat er sich mitgenommen. Über 800 Kilometer lautet Ludwigs Bilanz dann am Sonntag – damit ist er Spitzenreiter. „Hinknien geht jetzt nicht mehr“, sagt er. 

Ganz entspannt war Olaf Rittgeroth die Tour angegangen. Der Extremsportler ist bereits um 3 Uhr in der Nacht mit seinem Fahrrad in Lippstadt gestartet. Nach den 24 Stunden in Kassel auf einem Spinningbike, hat er sich dann auf die Rückreise gemacht – mit dem Fahrrad versteht sich. Sein Geheimtipp: Den Sattel wechseln. Die Idee zur Benefizveranstaltung stammt vom Kasseler Torben König. Das Ziel: Geld sammeln, die Sponsoren für jeden zurückgelegten Kilometer spenden. 

Das Geld wird dem Verein für krebskranke Kinder, dem Kinderhilfswerk Jumpers und dem Verein Pink Ribbon, der sich dem Thema Brustkrebs widmet. 440 Sportler werden in diesem Jahr am Ende auf den 50 Cardiogeräten teilgenommen. König hatte eigentlich die 500 knacken wollen, aber das strebt er jetzt für das kommende Jahr an. Enttäuscht ist König nicht: „Bei den Kilometern kommen wir auf 12.838 - 300 mehr als im Vorjahr“, sagt er. Die Geldsumme wird erst in einigen Wochen feststehen. Und die Einsatzkräfte? „Jetzt werden die Füße hochgelegt“, sagt Stefan Heinemann. Auch wenn alle geschafft sind, der Stolz überwiegt.

Haben sich Versorgung mitgebracht: Stefan Ludwig aus Fritzlar und Daniel Schlung aus dem Eichsfeld. Foto: Andreas Fischer

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