Tausende strömten in Läden und auf Weihnachtsmarkt

Volle Innenstadt und zufriedene Händler am 3. Adventswochenende

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Sehr gut besucht: Am Samstagmittag drängten sich viele Menshcen im City Point. Am Nachmittag war es noch voller. 

Kassel. Wer am Wochenende in der Kasseler Innenstadt war, konnte sich selbst davon überzeugen: Parkhäuser und -plätze dicht, Straßen, Geschäfte und Restaurants voll. Und auch der Weihnachtsmarkt zog Tausende an. 

Bereits um die Mittagszeit war in Teilbereichen schwer durchzukommen. Am Nachmittag schließlich wälzten sich die Menschenmassen durch die Königsstraße und die Gänge der Geschäfte. So voll war die Stadt schon lange nicht mehr.

Und geht es nach den Erwartungen der Kaufleute, wird es am kommenden Samstag, also dem letzten verkaufsoffenen Tag vor Heiligabend, noch voller. Davon jedenfalls ist Martin Schüller, der Chef des Einzelhandelsverbands Hessen-Nord überzeugt.

„Die Geschäfte laufen sehr gut“, sagte er. Was auch am nasskalten Wetter liege. Schuhe und Textilien würden stark nachgefragt, aber auch Elektronik, Schmuck, Parfum und Körperpflege-Artikel und natürlich Gutscheine. Letztere dürften bei Einlösung auch für ordentlich Betrieb zwischen den Jahren und in der ersten Januar-Woche sorgen. Dass die Post im Raum Kassel mit der Paketzustellung nicht nachkommt, helfe dem stationären Handel. „Wer bei uns kauft, ist garantiert auf der sicheren Seite“, so Schüller.

Derweil macht Kaufhof-Galeria-Chef Stephan Engel einen neuen Trend aus. Die Kunden reservieren online einen bestimmten Artikel und holen ihn binnen zwei Tagen an einem eigens eingerichteten Service-Punkt im Kaufhaus ab. „Das wird sehr gut angenommen“, sagt Engel. Grund dafür ist seiner Ansicht nach, dass der Kunde darauf vertrauen könne, dass der Artikel auch wirklich da ist.

Insgesamt spürt der Kaufhof-Chef gegenüber den Vorwochen einen deutlichen Aufwärtstrend bei den Kundenzahlen. „Der Pfeil zeigt deutlich nach oben, und wir erwarten eine weitere Steigerung in dieser Woche und insbesondere am kommenden Samstag mit Öffnungszeiten bis 21 Uhr“, sagt er.

„Sehr zufrieden mit der Kundenfrequenz“ zeigte sich auch City-Point-Manager Martin Wimberger. Besonders stark seien – wie im Vorjahr – die Samstage. Nun komme es auf die letzte Woche an.

Dez-Chef Kai Ehlers war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, aber auch im Einkaufszentrum in Niederzwehren herrschte am Samstag dichtes Gedränge.

Dagegen bremst der neue Vorsitzende der City Kaufleute, Alexander Wild, allzu großen Enthusiasmus: „Das Geschäft ist nach meinen Informationen noch nicht so, wie wir es uns vorstellen“, sagte er.

Ganz anders die Gastronomie: „Nach meinen Beobachtungen sind alle sehr zufrieden“, sagt die Chefin des Branchenverbands Dehoga, Anna Homm. Viele Restaurants seien bis Jahresende ausbucht. Nicht selten müsse Gästen wegen Vollauslastung abgesagt werden. Reservierungen für größere Gruppen seien schon ab Ende Oktober vielfach nicht mehr möglich gewesen.

Standbetreiber hoffen auf trockene Tage

Wer die volle Innenstadt und das Gedränge auf dem Kasseler Weihnachtsmarkt am vergangenen Wochenende miterlebt hat, der kann kaum glauben, dass die Standbetreiber Grund zur Klage haben. Einige langjährige Händler des Weihnachtsmarktes, die also durchaus Vergleichswerte haben, sind mit ihren Umsätzen dennoch nur mittelmäßig zufrieden. Zahlen will aber keiner nennen. Die Schuld geben sie aber nicht den Besuchern – diese seien in Kauflaune – sondern vor allem dem häufigen Regenwetter, das viele Besucher ferngehalten habe.

An den Glühweinständen scheint es hingegen besser zu laufen. An den Fahrgeschäften sind die Betreiber auch eher zufrieden. Wir stellen an dieser Stelle einige Meinungen der Marktbetreiber vor.

 

Spielzeug:

Seit 20 Jahren sind Thomas und Angelika Ranft aus Wolfhagen mit ihrem Holzspielzeug auf dem Kasseler Weihnachtsmarkt. „In diesem Jahr regnet es uns in die Kasse“, sagt Thomas Ranft. Vor allem bei den Händlern, mit denen er gesprochen habe, laufe es schlechter. Bei den Gastronomen laufe es offenbar besser: Glühwein gehe halt immer.

Glühwein:

 Die „Heiße Quelle“ der Familie Fliege aus Ihringshausen gehört zum Inventar des Marktes. „Bei uns läuft’s so gut wie im Vorjahr“, sagt Stefan Fliege, der mit seinem Vater Alfred hinter dem Tresen steht. Jedes Jahr kreieren sie einen neuen Glühwein: Dieses Jahr den „Hänsel und Gretel“-Trunk mit Lebkuchen, Rosinen und Mandeln.

Kleidung: „Wenn es kalt ist, laufen unsere Geschäfte besser“, sagt Norbert Larbig aus Wolfhagen, der mit seiner Lebensgefährtin einen Stand mit Mützen, Schals und Handschuhen betreibt. Unter der Woche sei es ruhiger, an den Wochenenden ordentlich. Der Umsatz sei etwas besser als im Vorjahr.

Fahrgeschäfte: Seit zwölf Jahren schon dreht die Kinderbahn Weihnachtsexpress, die von Rentieren gezogen wird, ihre Runden auf dem Königsplatz. „Wir sind zufrieden, auch wenn das Wetter besser sein könnte“, sagt Eigentümer Christoph Schäfer. Regen und Schnee seien Gift für den Markt, da auswärtige Besucher ferngehalten würden.

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