3500 Menschen besuchten am Wochenende das Hessische Landesmuseum in Kassel

Kennt das „eingepackte“ Museum vom Schulweg: Der 18-jährige Laurin Müller vor Wiegemessern.

Kassel.  3500 Besucher strömten am Wochenende ins neue Hessische Landesmuseum. Der Eintritt war frei. 

Als Laurin Müller in die fünfte Klasse des Friedrichsgymnasiums kam, da wurde das Hessische Landesmuseum, das auf seinem Schulweg liegt, für die Sanierung „eingepackt“. Acht Jahre später steht der 18-Jährige nun kurz vor seinem Abitur und der Museumsbau aus dem Jahr 1913 wurde wieder ausgepackt. „Was haben die in all den Jahren erreicht?“ hat sich Laurin Müller gefragt.

Um das zu erfahren, gehörte der 18-Jährige am Samstagvormittag zu den ersten Besuchern, die das Museum am Brüder-Grimm-Platz nach der 31,3 Millionen teuren Sanierung ansahen. Und wie ist sein erster Eindruck? „Das ist hier ziemlich cool. Ich habe mir hessische Geschichte deutlich langweiliger vorgestellt“, so das Urteil des Abiturienten, nachdem er sich im Erdgeschoss landwirtschaftliche Geräte aus vergangenen Zeiten angeschaut hatte.

Apropos Zeit: Dr. Tatjana Schönherr wartete durch eine falsche Information schon eine Stunde vor der Eröffnung auf Einlass. „Das Warten hat sich aber gelohnt“, sagt die Ärztin. Sie ist vor allem von den Bernsteinarbeiten aus dem 17. und 18. Jahrhundert begeistert. Kunstvolle Kästchen, Spiele und Spiegel sind vor mehreren hundert Jahren aus dem undurchsichtigen gelben Schmuckstein aus fossilem Harz hergestellt worden.

Auch Gerhard Thiel aus Kassel ist von dem neu eröffneten Museum angetan. „Ich kenne es sehr gut von früher, weil ich mit dem Hausmeister befreundet und deshalb oft hier war.“ Durch diese Freundschaft habe er damals auch die Gelegenheit gehabt, die Schätze im Museum zu sehen, die im Depot verstaut waren. Thiel ist sehr froh, dass im Museum jetzt mehr Platz vorhanden ist und die Exponate besser präsentiert werden können. Viel Platz benötigt auch eines seiner Lieblingsstücke: Dabei handelt es sich nämlich um ein Familienportrait von August Erich, das Landgraf Moritz mit seiner Familie zeigt. Da der Landgraf viele Kinder hatte, ist das Ölgemälde, das zwischen 1618 und 1628 entstand, über vier Meter breit und etwa 2,30 Meter hoch.

Für Hans-Dieter Becker, der am Samstag mit drei Enkelkindern unterwegs war, war es bereits der zweite Blick in das Landesmuseum. Der Handwerker aus Lohfelden hat nämlich im Kassenbereich des Museums einige Quadratmeter Linoleumboden verlegt. „Es ist etwas ganz Besonderes, wenn man in so einem historischen Gebäude arbeitet“, sagt Becker. Seine Enkelin Emily (7) und sein Enkel Jona (6) nutzten das Angebot für Kinder und verkleideten sich als Ritter und Prinzessin.

Nicht nur die Besucher zeigten sich sehr angetan. Auch die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) ist mit der Resonanz am ersten Wochenende „absolut zufrieden“. Nach Angaben von MHK-Sprecherin Lena Pralle kamen bis Sonntagabend bereits 3500 Besucher, die die hessische Geschichte in dem sanierten Museum erleben wollten.

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