Trotz sommerlicher Hitze:

3565 spendeten schon Blut bei HNA-Aktion

Blutentnahme: Frank Philipp vom DRK hat Silvia Schwalm aus Kassel für die Blutspende vorbereitet. Am Donnerstag nahmen bis zum Abend 1022 Menschen an der Aktion teil. Foto: Konrad

Kassel. Endspurt - Freitag ist der letzte Tag der großen HNA-Blutspendeaktion im Regierungspräsidium (RP) Kassel am Steinweg.

Aufgrund der langen Hitzeperiode und der Ferien waren die Blutspenden in den vergangenen Wochen um bis zu 30 Prozent zurückgegangen. „Einen solchen Rückgang können wir sechs bis acht Tage kompensieren, dann wird’s kritisch“, sagt Rainer Riedinger, Regionalleiter des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg-Hessen.

Bisher haben sich 3565 Menschen an der Blutspendeaktion beteiligt. Die meisten Blutkonserven werden für Operationen und zur Therapie von Krebspatienten benötigt. „Aufgrund der Knappheit der Blutkonserven geht es um jede Spende“, sagt Dr. Walid Sireis, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie des DRK-Blutspendedienstes in Kassel.

Er erklärt, was mit einer Vollblutspende passiert: Nach der Entnahme werden aus den einzelnen Blutbestandteilen Konzentrate hergestellt. Die können dann je nach Bedarf zielgerichtet verabreicht werden.

Das Blut besteht aus Zellen, den roten und weißen Blutkörperchen sowie den Blutplättchen, und dem flüssigen Anteil, dem Blutplasma. Während die Blutzellen für die Sauerstoffversorgung des Körpers verantwortlich sind, enthält das Blutplasma 13 verschiedene Gerinnungsfaktoren. Nach der Blutentnahme werden aus den Vollblutspenden in Frankfurt die einzelnen Konzentrate hergestellt und gehen dann wieder an den DRK-Blutspendedienst nach Kassel zurück. Ein Teil des Frischplasmas wird in Kassel eingefroren.

HNA-Blutspende: Bilder vom dritten Tag

„Bei hohen Blutverlusten reicht die Gabe von Blutzellenkonzentraten nicht mehr aus“, sagt Siries. Für die Stabilisierung des Kreislaufs sei dann auch der flüssige Blutanteil notwendig. Aus dem anderen Teil des Blutplasmas stellt die Pharmaindustrie Konzentrate der einzelnen Gerinnungsfaktoren her. Diese Medikamente bekommen beispielsweise Bluter. „Diesen Menschen fehlt der Gerinnungsfaktor 8“, erklärt der Facharzt für Transfusionsmedizin. Die sogenannte Fraktionierung der Blutkonserven ermögliche deren optimalen Einsatz.

Bei einem Mangel an Blutkonserven werden diese laut Sireis zunächst für Notfallpatienten reserviert. „Planbare, nicht akut notwendige Operationen werden dann verschoben“, erklärt er. Dies sei das übliche Vorgehen bei einer Knappheit an Blutkonserven. „Die meisten Patienten haben dafür auch Verständnis“, sagt Sireis. Allerdings ist das nur begrenzt möglich. Deshalb sei die Blutspende gerade in den Sommermonaten enorm wichtig.

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