Blick hinter die Kulissen der Stadtverwaltung

8000 Besucher beim Tag der offenen Tür im Kasseler Rathaus

Riesenandrang: Bei der Fahrradversteigerung im Innenhof des Rathauses ging es Schlag auf Schlag. Norbert Schäfer (links) und Udo Hanika vom Fundamt hatten an ihrer Aufgabe sichtlich Spaß. Fotos: Schachtschneider

Kassel. Christine Kreß-Butterweck von der Kita Eichwald steht seit 24 Jahren in Diensten der Stadt und war noch nie im Dienstzimmer des Oberbürgermeisters. Das holte sie am Samstag beim Tag der offenen Tür im Rathaus nach. „Ich wollte mal gucken, wo mein Chef sitzt“, sagte sie.

Der riesige Schreibtisch, der seit der Wiederwahl von Bertram Hilgen (SPD) 2011 in seinem Dienstzimmer steht, beeindruckte nicht nur sie. Viele der über 8000 Besucher, die zwischen 11 und 17 Uhr ins Rathaus strömten, waren von dem ungewöhnlichen Stück fasziniert. Der Künstler Eugen Wolf hat den Tisch mit der urwüchsig aussehenden Platte aus verschiedenen Hölzern im Auftrag von Hilgen geschaffen, der ihn auch aus eigener Tasche bezahlte. Auf diese Information legte Hauptamtsleiter Manfred Merz großen Wert. Er empfing die Besucher im Büro des Stadtoberhauptes und informierte über dessen Aufgaben und Termine.

Manch einer nutzte die Gelegenheit, um Dampf abzulassen, etwa über die aktuelle Verkehrspolitik der Stadt. Andere nahmen probehalber im Chefsessel Platz. So wie Emilia Sopicki. Die große Aufmerksamkeit, die ihr damit zuteil wurde, war der Siebenjährigen offensichtlich aber nicht geheuer. Kindgerechter waren da die Wasserspiele, die die Feuerwehr am Aschrottbrunnen anbot, wo sie einen Einsatzwagen mit Drehleiter postiert hatte. In der Wilhelmsstraße luden die Stadtreiniger den Nachwuchs als „Kleine Feger“ zum Bobbycar-Rennen ein, und im Bürgersaal lockte das Jugendamt mit Luftballons, Wachsmalstiften und Zaubersand.

Tag der offenen Tür im Kasseler Rathaus

Zeitweise herrschte Hochbetrieb auf den Fluren, wo viele Info-Stände aufgebaut waren. Draußen schmetterte das Blasorchester Oberzwehren Gute-Laune-Musik. Manchmal musste man genau hinsehen: So wartete das Amt für Vermessung und Geoinformation mit einem brandneuen, so genannten GPS-Referenzpunkt in Form einer frisch eingelassenen bronzenen Bodenplatte vor dem Rathaus auf. Mit dessen Hilfe lassen sich Ortungsprogramme, etwa im Handy, überprüfen, erklärte Mitarbeiterin Sandra Rus.

Im Innenhof versteigerte das Fundamt vor großem Publikum Fahrräder. Abdul Malekzada ergatterte für 45 Euro ein rotes Kinderrad mit aufgemalten Flammen am Rahmen – ein Geschenk für seinen achtjährigen Sohn. Bei drei Kindern könne er nicht alles neu kaufen, sagte er und strahlte über das Schnäppchen.

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