Neubauplanung

A44-Brücke: 15 Jahre sind Kassel viel zu lang

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In die Diskussion um die Bergshäuser Brücke schaltet sich nun auch die Stadt Kassel ein: Der südlich des bisherigen Bauwerks geplante Neubau soll schneller geplant und gebaut werden. Unser Luftbild entstand im vergangenen Jahr. Seit Februar sind nur noch drei der vier Spuren befahrbar – das führt regelmäßig zu Staus auf der A 44 und Rückstaus auf die A 49. 

Kassel. Die Kasseler Stadtverordneten wollen die mit Verkehrseinschränkungen auf der A44 vorgesehenen Planungen zum Neubau der Bergshäuser Brücke nicht hinnehmen.

Sie fordern eine Beschleunigung des Prozesses. 

Seit Monaten sorgt die Bergshäuser Brücke fast täglich für Staus auf der Autobahn 44, nicht selten gar für Rückstaus auf der A 49. Aus Sicherheitsgründen können seit Februar nur drei der vier Spuren des maroden Bauwerks befahren werden. Zwei in Richtung Dortmund und eine in Richtung Süd-Kreuz Kassel.

Damit nicht genug. Bekanntlich soll die Brücke zwar instandgesetzt, aber letztlich durch einen Neubau über die Fulda ersetzt werden. Und die dafür bislang angesetzten Planungs- und Bauzeiten, so soll mit dem Brückenneubau erst in rund 15 Jahren begonnen werden, wollen die Kasseler Stadtverordneten nicht hinnehmen.

Einstimmig haben die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Mobilität und Verkehr deshalb jetzt eine Aufforderung an den Magistrat beschlossen. Dieser soll sich bei der Hessischen Landesregierung und der Bundesregierung dafür einsetzen, dass der Planungsprozess und die Arbeiten zum Neubau der Brücke beschleunigt werden.

Die Beschleunigung zum Neubau der Brücke ist für den Verkehrsfluss im Kasseler Süden und Osten äußerst wichtig, heißt es in dem Antrag der Koalition aus SPD, Grüne und Liberaler Liste. Die bislang vorgesehene Verringerung auf jeweils nur eine Fahrspur habe besonders in der Hauptverkehrszeit einen Rückstau von der Autobahn bis in das Kasseler Stadtgebiet zur Folge und erhöhe zudem Unfallgefahr. „Dieser Zustand ist über den bisher angedachten Zeitraum von 15 Jahren nicht tragbar.“ Im Sinne des Lärm- und Emissionsschutzes sowie der Unfallvermeidung müsse der Neubau schneller umgesetzt werden, erklärte der SPD-Stadtverordnete Patrick Hartmann zu der gemeinsamen Initiative.

„Es besteht dringender Handlungsbedarf“, meinte auch Sascha Gröling (SPD). „15 Jahre sind zu lang – da müssen wir im Interesse der Kasseler Bürger deutlich schneller werden.“ Betroffen seien davon sowohl die Anlieger in den Stadtteilen, die den Ausweichverkehr verkraften müssten, als auch die Anwohner der Autobahn 7.

Im Namen der CDU unterstützte Wolfram Kieselbach den Antrag. Sven Dreyer (AfD) bezeichnete den Planungszeitraum von 15 Jahren als „im internationalen Vergleich nur noch blamabel“. Nach der einstimmigen Empfehlung des Ausschusses wird die Stadtverordnetenversammlung am Montag, 28, August, über den Antrag entscheiden.

Eine Anfrage zur Autobahn in Kassel hatte die CDU im Ausschuss gestellt. Wie der Magistrat die Folgen für den Kasseler Osten bewerte, wenn die Anschlussstelle Kassel-Ost wegfalle, wollten die Christdemokraten wissen. Nach den bisherigen Planungen werde zwar die Ausfahrt zur A 7 wegfallen, sagte dazu Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). Jedoch werde es weiterhin eine Abfahrt von der A 49 zur Leipziger Straße geben, die dann aber den Namen „Kaufungen“ tragen solle. An der Verkehrssituation werde sich aber wenig ändern. Das Planstellungsverfahren habe aber noch nicht begonnen, so Nolda.

Hier befindet sich die A44-Brücke

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