Acht Jahre Haft für Gewalttäter

22-Jähriger wegen Vergewaltigung und Menschenraub verurteilt

Kassel. Vergewaltigung, räuberischen Erpressung, vorsätzlicher Körperverletzung, Raub, Bedrohung, Körperverletzung mit Beleidigung und des erpresserischen Menschenraub: Für diese Liste an Verbrechen muss ein 22-jähriger Kasseler türkisch-kurdischer Herkunft eine Freiheitsstrafe von acht Jahren verbüßen.

Die Jugendkammer des Landgerichts Kassel erklärte ihn am Donnerstag für schuldig. In erster Instanz war der jugendliche Gewalttäter zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt worden.

Schon als Kind war er verhaltensauffällig, die Eltern waren mit der Erziehung überfordert. Frühzeitig wird das Jugendamt eingeschaltet. Ab dem zwölften Lebensjahr beginnt die kriminelle Laufbahn des Kasselers, dem der Richter eine „erhebliche Reifeverzögerungsentwicklung“ bescheinigt. Sein Vorstrafenregister reicht von räuberischer Erpressung und Bedrohung über Hausfriedensbruch und vorsätzlicher Körperverletzung bis hin zu Exhibitionismus und schwerem Raub.

Als Jugendlicher wird er in die Türkei geschickt. Acht Monate später kehrt er im Januar 2010 zurück nach Deutschland zum Vater. Sechs Monate später begeht er im August 2010 erneut eine Straftat. Am 11. September 2010 lauert er einer 53-Jährigen Putzfrau in einem Geschäftshaus in der Frankfurter Straße auf, würgt sie, drängt sie in einen fensterlosen Kellerraum und vergewaltigt sie dort. Im Laufe des 40-minütigen Martyriums presst er der Frau Geld ab und zerrt ihre Ringe vom Finger. In der JVA Weiterstadt bedroht er 2012 einen Justizbediensteten mit dem Tod. In der JVA Kassel bricht er einem JVA-Beamten mit einem Faustschlag ins Gesicht das Jochbein. Auch einen Staatsanwalt, Mithäftling und einen früheren Verteidiger greift er an.

Laut einem psychologischen Gutachten leidet der 22-Jährige unter einer ausgeprägten dissozialen Persönlichkeitsstörung, die sich unter anderem durch ein herzloses Unbeteiligtsein zeigt, er sei bei den Taten aber voll schuldfähig gewesen. Während der viertägigen Berufungsverhandlung zeigte er weder Schuldeinsicht noch Mitleid mit dem Opfer.

„Das geht über das hinaus, was eine Gesellschaft ertragen und was ihr zugemutet werden kann“, sagte der Richter. Die vier Jahre Haft, die er abgesessen hat, werden dem Angeklagten angerechnet. Er muss die Kosten der Nebenklägerin tragen. Ob er die Haftstrafe in Deutschland absitzen wird, entscheidet die Staatsanwaltschaft. Seit 2011 liegt ein Antrag auf Ausweisung vor, erklärte der Richter auf Nachfrage. (zal)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.