Einkaufsmeile soll nachts offen bleiben für Radfahrer

ADFC kritisiert Fahrradverbot für Königsstraße scharf

Kassel. Mit Unverständnis reagiert der Kasseler Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) auf das kurzfristig erlassene Fahrradverbot für die Königsstraße.

Außerdem übte der Verband scharfe Kritik am Vorgehen der Stadtverwaltung in diesem Zusammenhang. Es sei enttäuschend, dass das Rathaus „ohne weitere Informationen und Gespräche, obendrein noch sehr kurzfristig und grundsätzlich“ ein Verbot ausgesprochen habe.

Dass es angeblich zu mehr Unfällen gekommen sei, könne der ADFC nicht nachvollziehen. „Fundierte Zahlen hierzu konnten bezeichnender Weise nicht vorgelegt werden“, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreisverbandes. „Auch der Vertreter der Polizei konnte eine Steigerung der Unfallzahlen nicht bestätigen.“ Vielmehr sei dem Polizeivertreter die Problematik unbekannt.

Erst im vorigen Sommer habe der ADFC im Arbeitskreis Radverkehr bei der Stadt Kassel der Begrenzung der erlaubten Zeitspanne von 20 Uhr abends bis 10 Uhr morgens zugestimmt. Mit Blick auf veränderte Öffnungszeiten der Geschäfte sei das „sachgerecht und vertretbar“. Diesen nun „einseitigen Verwaltungsakt“ wertet der ADFC als Missachtung von Ehrenamtlichen. „Deren Engagement ist offensichtlich nur dann erwünscht, wenn man den Vorgaben der Stadtverwaltung widerspruchslos nachkommt.“

Anstelle eines grundsätzlichen Verbots setze der ADFC darauf, „partnerschaftliches und rücksichtsvolles Verhalten im Verkehr zu fördern“. Ansonsten müsste die Stadtverwaltung nach ihrer Logik „auch andere Straßenzüge mit ständigen Geschwindigkeitsübertretungen und hohen Unfallzahlen für den Autoverkehr sperren“. (clm)

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