Über zehn Prozent verzichten auf ihr Mandat

AfD im Kasseler Stadtparlament hat die meisten Aussteiger

Kassel. Acht Stadtverordnete haben in dieser Legislaturperiode ihr Mandat niedergelegt. Die meisten Wechsel gab es bei der AfD. Mit politischen Differenzen hat das nichts zu tun. 

Mehr als zehn Prozent Aussteiger in weniger als 20 Monaten: Acht von insgesamt 71 Kasseler Stadtverordneten haben in der laufenden Legislaturperiode (2016 bis 2021) bereits ihr Mandat niedergelegt. Seit dem Start des neuen Kasseler Stadtparlaments im April 2016 schieden bei der AfD drei und bei der SPD zwei Fraktionsmitglieder aus. Bei der CDU, der FDP sowie bei Freien Wählern und Piraten war es jeweils ein Stadtverordneter, der ausgestiegen ist.

Für alle Mandatsniederlegungen wurden bislang persönliche, berufliche und gesundheitliche Gründe genannt. Politische Differenzen spielten offenbar keine Rolle. Dies betont auch der AfD-Fraktionsvorsitzende Michael Werl zu den kürzlich ausgeschiedenen Stadtverordneten Peter Marggraff und Adriane Sittek. Für sie rückten Gerhard Schenk und Richard Klock nach. Für Dr. Johannes Zweig war bereits im September 2016 Michael Dietrich ins Stadtparlament eingezogen.

Höchste Fluktuation

AfD-Fraktionschef Michael Werl

Mit drei Nachrückern bei insgesamt acht Fraktionsmitgliedern ist die Fluktuation damit in der AfD am höchsten. Dass die Kollegen ihre Mandate niederlegten, bedauere er sehr, meinte Fraktionschef Werl, der vor rund einem Jahr den Vorsitz von Dieter Gratzer übernommen hatte. Nach wie vor pflege er zu allen Ausgeschiedenen ein gutes Verhältnis. Das gelte auch für die restlichen Fraktionskollegen.

Zwei Fraktionen unverändert

Fraktionschef der Grünen: Dieter Beig

Bei der SPD-Fraktion haben Mario Lang und Sascha Gröling die ausgeschiedenen Oliver Schmolinski und Dr. Manuel Eichler ersetzt. Bei der CDU rückte Holger Augustin für Nikolas Hecht nach, bei der FDP Thorsten Burmeister für Thilko Gerke. Bei der Fraktion Freie Wähler und Piraten ersetzte Vera Gleuel gleich zu Beginn Bernd Häfner. Noch keinerlei personelle Veränderungen gibt es bei den Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und Kasseler Linke.

Der bisher tiefste Einschnitt dieser Legislaturperiode in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung ist die Auflösung der FDP-Fraktion. Seither sitzen die vier Mandatsträger, die als FDP-Stadtverordnete einzogen, als Fraktionslose im Stadtparlament: die eine Hälfte (Dr. Cornelia Janusch/Andreas Ernst) als Teil der Rot-Grün-Liberalen Koalition, die andere Hälfte (Matthias Nölke/Thorsten Burmeister) versteht sich als Opposition. 

Rubriklistenbild: © Hedler

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