Neue Verteidigungsministerin

AKK ist für Kassels CDU  keine Wunschkandidatin

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Erst CDU-Chefin, nun auch Verteidigungsministerin: Annegret Kramp-Karrenbauer im April 2018 bei ihrer „Zuhör-Tour“ im Kasseler Kulturbahnhof. 

Annegret Kramp-Karrenbauer als neue Verteidigungsministerin: Diese Personalentscheidung trifft bei der Kasseler CDU auf Skepsis.

CDU-Frau von der Leyen als Chefin der Europäischen Kommission, CDU-Frau Kramp-Karrenbauer als Chefin des Bundesverteidigungsministeriums: Die beiden jüngsten Personalentscheidungen stoßen in der Kasseler Stadtpolitik auf Skepsis. Das gilt auch für Vertreter der heimischen CDU. Erst recht für Christdemokraten, die sich der Bundeswehr verbunden fühlen.

Zur Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) zur Verteidigungsministerin meint etwa CDU-Stadtverordneter Jörg Hildebrandt: „Mir wäre jemand lieber gewesen, der näher an der Truppe dran ist.“ Lieber als AKK hätte der Stabsoffizier der Bundeswehr schon Friedrich Merz an der Spitze der Bundes-CDU gesehen. 

AKK steht vor großen Herausforderungen

Als Verteidigungsministerin stehe sie vor großen Herausforderungen und vielen offenen Baustellen. Hildebrandt sieht zudem die Glaubwürdigkeit von AKK erschüttert. Über Monate habe sie es abgelehnt, ein Ressort zu übernehmen, plötzlich sei sie Ministerin. Aber, so Hildebrandt, der in Koblenz das Multi-National-Medical-Koordination-Center der Bundeswehr mit aufbaut: „Jeder hat die Chance verdient, sich in den ersten 100 Tagen in sein neues Amt einzuarbeiten.“

„Ich hätte mir an der Spitze des Verteidigungsministeriums jemanden mit mehr Erfahrung gewünscht“, sagt auch der Christdemokrat und Jura-Student Valentino Lipardi. Für ihn sei klar und das zeigten auch die Reaktionen von vielen Angehörigen der Bundeswehr zur Wahl Kramp-Karrenbauers: „Sie ist nicht die Wunschkandidatin der Truppe.“ 

Von der Leyen habe Baustellen hinterlassen

Die neue Ministerin habe große Herausforderungen zu bewältigen, Vorgängerin von der Leyen habe einige Baustellen hinterlassen. Die Bundeswehr stecke sowohl hinsichtlich ihres Personals als auch ihres Materials in einer Krisensituation, meint der Stadtverordnete und Vorsitzende der Reservistenkameradschaft Kassel.

Gerade deshalb hätte er eine erfahrenere Person lieber in diesem Amt gesehen, zum Beispiel Henning Otte, den verteidigungspolitischen Sprecher der CDU-/CSU-Bundestagsfraktion. Wenn die Bundeswehr aber nun durch CDU-Parteichefin AKK tatsächlich zur Chefsache gemacht werde, dann wäre das natürlich gut, so Lipardi.

"Die Arbeit muss trotzdem weitergehen"

Ob sich Kramp-Karrenbauer nun als Verteidigungsministerin für eine Kanzlerkandidatur profilieren kann, da sind nicht nur die heimischen Christdemokraten skeptisch. „Das ist ein ganz schwieriges Ministerium“, sagt auch Ron-Hendrik Peesel, der Vorsitzende der Kasseler SPD. Allerdings: Wenn AKK das richtig mache, dann könne das Amt für sie auch zu Ansehen führen.

Nicht gefallen habe ihm, wie von der Leyen und Kramp-Karrenbauer in ihre Ämter gekommen seien. „Ich bin ein bisschen entsetzt, das hat schon Geschmäckle.“ Es sei richtig gewesen, dass die SPD im EU-Parlament von der Leyen nicht mitwählte. Für die Große Koalition in Berlin sieht Peesel keine weitere Gefahr. „Die Arbeit muss trotzdem weitergehen.“ 

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