Gastronomie bildet Ausnahme

Positive Bilanz: Alkoholverbote führen in Kassel zum Erfolg

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Kassel. Das dürfte viele überraschen: In Kassel gibt es etliche Plätze, auf denen öffentlich kein Alkohol getrunken werden darf.

Darunter ist auch ausgerechnet der Königsplatz, auf dem zurzeit manche Menschen im Weihnachtsrausch sind. Allerdings: Wer dort öffentlich seinen Glühwein trinkt, macht sich nicht strafbar. Das Verbot gilt nur „außerhalb der Gastronomie“, wie es heißt.

Weitere Alkohoverbote gibt es um den Landgraf-Philipps-Platz (Martinsplatz) in der Innenstadt, um den Bebelplatz und die Goetheanlage im Vorderen Westen und den Wesertorplatz im Wesertor. „Die Anordnungen haben zu einer erheblichen Verbesserung der Situationen geführt“, sagt Stadtsprecherin Petra Bohnenkamp auf Anfrage der HNA. „Die Beschwerden aus der Bevölkerung sind merklich zurückgegangen. Das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger hat sich wieder positiv entwickelt.“ Insbesondere der gemeinschaftliche Alkoholkonsum in Gruppen sei „drastisch zurückgegangen“. Dadurch haben sich die Gefahrensituationen verringert.

Beschwerden gibt es aber von Anwohner der Samuel-Beckett-Anlage im Vorderen Westen. Dort gebe es immer wieder Beläsdtigungen durch Trinker.

Um das Sicherheitsgefühl der Menschen zu erhöhen, war 2009 die Zahl der Ordnungspolizisten um vier auf zwölf erhöht worden. Außerdem wurden die Kontrollzeiten ausgeweitet. Mitarbeiter des Ordnungsamts sind montags bis samstags von 8 bis 24 Uhr unterwegs. Danach sei die Polizei für Beschwerden über Störungen durch Trinker zuständig, sagt Susanne Schneider vom Ordnungsamt.

Schneider weist darauf hin, dass Verstöße gegen das Alkoholverbot keine Ordnungswidrigkeiten dar. Zur Durchsetzung der Verbote gebe es nur das Mittel des Platzverweises. Da die Praxis juristisch unklar ist, wurden in vielen Städten Alkoholverbote gekippt.

Von Christina Hein

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