Großteil der 180 Beschäftigten dabei

Angst um Arbeitsplätze: Kaufhof-Beschäftigte in Kassel im Warnstreik

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Gingen für ihre Jobs auf die Straße: Beschäftigte der Galeria Kaufhof haben am Samstag gestreikt. 

Mit einem Warnstreik am Pfingstsamstag reagierten die Beschäftigten der Galeria Kaufhof in Kassel auf den konzernweit geplanten Stellenabbau, der nach Angaben der Gewerkschaft Verdi jeden vierten Verkaufsjob in Nordhessens größtem Kaufhaus kosten könnte.

Zwar war der Kaufhof wie gewohnt für Kunden geöffnet, jedoch waren die Zugänge zum Untergeschoss und zur vierten Etage offenbar wegen Personalmangels abgesperrt. An wenigen besetzten Kassen hielten leitende Mitarbeiter den Betrieb aufrecht.

Ein Großteil der rund 180 Mitarbeiter hat sich an den Aktionen am Samstag beteiligt. Während gut 50 Kaufhof-Beschäftigte zu einer zentralen Kundgebung nach Frankfurt gefahren waren, wo gegen den kürzlich vollzogenen Tarifaustritt des Konzernteils Kaufhof demonstriert wurde, versammelten sich andere Streikende vor dem Haupteingang des Kasseler Warenhauses und bei der Parkdeckzufahrt an der Neuen Fahrt.

Sprechchöre oder markige Reden gab es dabei nicht, die örtliche Streikaktion hatte mehr den Charakter einer Mahnwache. „Hier hat praktisch jeder Angst um seinen Arbeitsplatz“, sagte eine Teilnehmerin, und das war förmlich mit Händen zu greifen. Mit näheren Auskünften aus dem Fenster hängen, schon gar mit Namen, mag sich derzeit niemand im Kaufhof.

Wie es aus Gewerkschaftskreisen hieß, wird derzeit in Einzelgesprächen ausgelotet, wer mit einer Abfindung freiwillig gehen oder seine Arbeitsstunden deutlich reduzieren würde. Basis dafür ist ein auf Konzernebene vereinbarter Sozialplan.

Am vergangenen Freitag hatte es dazu erneut eine Betriebsversammlung gegeben. Laut Verdi-Sekretär Manuel Sauer kam dabei auch zu Tage, dass die 20 Beschäftigten der Lebensmittelabteilung sowie auch die Mitarbeiter der Haustechnik-Dienste in externe Firmen ausgegliedert werden sollen. Sauer beschreibt die aktuelle Stimmung in der Kaufhof-Belegschaft als „schockiert und wütend“.

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