Ansporn für Lebensretter: Herztag in Kassel 

Übten die Wiederbelebung mit einem Defibrillator beim Kasseler Herztag: Stephanie Riemann vom Ambulanten Herzzentrum, Gesundheitsdezernentin Anne Janz und Sabrina Busch vom DRK Hofgeismar (von links). Foto:  Heise-Thonicke

Kassel. Für Stadträtin Anne Janz wurde der Kasseler Herztag am Samstag eine schweißtreibende Angelegenheit.

Die sportlich und trainierte Gesundheitsdezernentin staunte nicht schlecht, wie viel Kraft und Anstrengung für eine Herzdruckmassage zur Wiederbelebung eines Menschen nötig ist. „Das Schlimmste was man tun kann, ist nichts zu tun“, betont die Schirmherrin des Kasseler Herztages, der bereits zum elften Mal in den Räumen der Kasseler Stadthalle stattfand.

Deshalb ist es ihr ein Anliegen, einmal mehr das Thema Laiendefibrillatoren (AED) zur Wiederbelebung bei Herzstillstand in den Vordergrund zu rücken. Diese potenziellen Lebensrettern gibt es bereits an vielen Stellen in der Stadt. Auf der Internetseite des Gesundheitsamtes (www.gesundheitsamt.stadt-kassel.de) sind in Zusammenarbeit mit dem Projekt Defibrillatoren in Nordhessen (Dino) Standorte von AED-Geräten verzeichnet.

Initiator Dr. Frank Jäger wünscht sich, dass dieses Verzeichnis beträchtlich weiter wächst und so Defis im Notfall schnell gefunden werden und Leben retten können. So gebe es beispielsweise am IC-Bahnhof Wilhelmshöhe immer noch keinen Defibrillator, mahnt der Kardiologe.

Herztag-Besucherin Ruth Federau besucht bereits zum vierten oder fünften Mal den Kasseler Herztag. Die 73-Jährige aus Vellmar möchte auch die angebotenen Gesundheitschecks wieder nutzen. „Manchmal wird etwas entdeckt, was man vorher nicht gewusst hat“, sagt sie. So habe ein Arzt bei einer Ultraschalluntersuchung während des Herztages eine Auffälligkeit entdeckt, die sich aber glücklicherweise als nicht so dramatisch herausgestellt habe. Diesmal lässt sie die Durchblutung der Beine testen und ist froh, dass ihre Werte gut sind.

Claudia König (47) aus Lohfelden und Bianca Wankel (55) aus Niestetal wollen sich über Neues in der Medizin wie die Herzschrittmacher-Technologie informieren. Die beiden Frauen wurden mit Herzfehlern geboren, berichten sie. Für sie sei es schwierig, Herzspezialisten mit einer Zusatzausbildung für diese Patienten zu finden. Denn die Kinderkardiologen, die die Patienten oft seit ihrer Geburt kennen, dürften sie leider nicht weiterbehandeln. So fühlten sich die Betroffenen oft verloren und müssten mitunter weite Wege zu Spezialisten auf sich nehmen.

So ist der Herztag, zu dem am Samstag über 1500 Besucher kamen, immer wieder auch eine Gelegenheit zum Austausch und um Kontakte zu knüpfen, sagt Mitinitiator Peter Zeuner von der Deutschen Herzstiftung. Auch die Kasseler Herzspezialisten, die Vorträge und Untersuchungen anboten und in persönlichen Gesprächen viele Fragen beantworteten, freuen sich über die große Resonanz.

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