Pferdemarkt und Bad Wilhelmshöhe

Aus der Gastroszene: documenta-Bistro bleibt bestehen, Konoba zieht um

Haben als Team weitere gastronomische Pläne: Die „Dépanneur“-Betreiber Pelle Kossmann und Susanne Wegerich bespielen momentan ihr documenta-Bistro auf Zeit im 1. Stock des Leder-Meid-Hauses. Foto:  Schwarz

Kassel. Das temporäre documenta-Bistro „Dépanneur“ im früheren Leder-Meid-Haus wird nach der d14 an anderem Ort als Restaurant weitermachen.

Für viele documenta-Besucher ist sie eine Oase im Ausstellungstrubel: Die Bistro-Bar „Dépanneur“ im 1. Stock des früheren Leder-Meid-Gebäudes am Friedrichsplatz, das zurzeit als Presse- und Besucherzentrum der documenta dient. In kunstszenemäßigem Weiß gehalten, dockt das temporäre Lokal mit Drinks und liebevoll zubereiteten kleinen Speisen, mit freiem Internet und einer lässigen Dachterrassen-Lounge an die Bedürfnisse eines kunstaffinen, jüngeren Publikums an.

Die beiden Betreiber haben sich für das Gastro-Projekt zur d14 zusammengetan: Susanne Wegerich (32) ist seit dreieinhalb Jahren mit ihrem Cateringservice „Stulle & gut“ unterwegs – ein Esskulturprojekt rund ums belegte Brot, wie es die Gründerin beschreibt.

Vor allem in Kassels Kulturszene hat sie sich damit einen Namen gemacht; so kam auch der Kontakt zur documenta zustande. Auch gesellige Ess-Events hat Susanne Wegerich ab und zu organisiert – unter anderem in einem früheren Tankstellenraum an der Tischbeinstraße. Von diesem Schauplatz rührt auch der Name „Dépanneur“, was im Französischen etwa für „Pannenhelfer“ steht.

Auch Pelle Kossmann (25) hatte bei solchen Events schon am Herd gestanden. Der gebürtige Edermünder war nach dem Abitur auf Weltenbummler-Tour gegangen und ist in Restaurants von London über Australien, Österreich und Belgien zu einer profunden Küchen-Ausbildung gekommen. Seine jüngsten Stationen als Chef de Partie waren in Gent und in Paris.

Kossmann und Wegerich, wurden sich einig, gemeinsam das documenta-Projekt zu stemmen. Und wenn der Kasseler Kunstsommer vorbei ist, soll der „Dépanneur“ unter erweiterten Vorzeichen und an anderem Ort weiterbestehen: als vollwertiges Restaurant, in dem auch Menüs gekocht werden.

Einen Standort gibt es bereits im Viertel rund um den Pferdemarkt, wo sich allmählich interessante Dinge entwickeln: Nachdem vor einigen Monaten die „Braumanufaktur Steckenpferd“ mit Craftbeer und Kunst-Aktionen in eine frühere Metzgerei eingezogen ist, haben sich die „Dépanneur“-Gründer gleich nebenan die Räume der ehemaligen Gaststätte Neuhauer gesichert.

Hier entwickelt sich etwas: Neben der „Braumanufaktur Steckenpferd“ (rechts im Bild) will sich der „Dépanneur“ ansiedeln. Foto:  Koch

In der Küche dort wird bereits alles produziert, was im Leder-Meid-Haus und bei „Stulle & gut“ auf die Teller kommt. Nach der documenta, sagt Pelle Kossmann, werde auch der Gastraum auf Vordermann gebracht – zunächst für einzelne Ess-Events, ab Anfang 2018 dann für einen Restaurantbetrieb an etwa vier Tagen pro Woche, so der Plan. Geboten werden solle eine saisonale Küche „mit hohem Niveau, aber lässig“.

Künftige Adresse des „Dépannneur“: Kastenalsgasse 8

Küche aus Dalmatien in der „Depesche“

Restaurant-Team der „Konoba Zum Ritter“ zieht um

Neue Pläne für das Lokal „Depesche“ gegenüber dem Bahnhof Wilhelmshöhe: In die Räume, die schon seit Ende 2016 leerstehen, wird Anfang September die „Kleine Konoba“ von Anja und Igor Krajsic einziehen. Genauer gesagt ist es ein Umzug: Das Gastronomenpaar betreibt seit zehn Jahren die „Konoba Zum Ritter“ im Kolpinghaus nahe der Martinskirche. Das Restaurant mit kroatischer Mittelmeerküche, frischen Fischgerichten und vielen Spezialitäten aus der Küstenregion Dalmatien ist seither zur Institution im Stadtteil und zum Treff vieler Stammgäste geworden. Doch inzwischen passten die Bedingungen des Pachtverhältnisses nicht mehr, sagte Igor Krajsic. Nach einigem Überlegen habe er sich entschlossen. den Vertrag auslaufen zu lassen und nach den Sommerferien nach Wilhelmshöhe zu wechseln.

Dort, in der früheren „Depesche“, wird bereits emsig umgebaut. Schilder außen am Lokal weisen auf den neuen Namen „Kleine Konoba“ hin, und wer die kleine Ritter-Symbolfigur im Firmenlogo richtig deutet, kommt schnell auf die künftigen Betreiber. Konoba ist übrigens die Bezeichnung für die typischen Lokale Dalmatiens. Und „klein“ ist der neue Standort im Vergleich zum weitläufigen Gastraum im Kolpinghaus: Etwa 50 statt bisher 95 Innenplätze wird das Restaurant künftig haben; allerdings kommen noch knapp 40 Freiluft-Plätze mit Blick aufs Geschehen an der Wilhelmshöher Allee hinzu.

Innen werde die Gäste eher „Wohnzimmer-Charme“ statt natursteinerner Brauchtums-Deko erwarten, kündigt Krajsic an. Und weiterhin werde er auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis setzen: „Wir werden keinen Wilhelmshöhe-Zuschlag nehmen.“

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