Erste Absolventen fertig

Ausbildung zum Notfallsanitäter: Theresa Wied ist Retterin aus Leidenschaft

Sie ist eine der ersten Absolventen zum Notfallsanitäter: Theresa Wied (22) hat die dreijährige Ausbildung abgeschlossen und ist jetzt Notfallsanitäter in beim DRK Kassel und Wolfhagen. Foto: Hanert

Kassel. Wenn der Alarm in der Rettungswache in der Loßbergstraße eingeht, muss jeder Handgriff sitzen. Innerhalb von Sekunden sitzt Theresa Wied im Rettungswagen.

Das Martinshorn wird eingeschaltet und die Fahrt beginnt. Ab sofort zählt jede Sekunde und von der jungen Frau wird absolute Konzentration erwartet. Verständlich, denn ab jetzt entscheiden Sekunden über Leben und Tod.

Für Theresa Wied ist das jetzt Alltag. Sie ist eine von sieben Absolventen, die erstmals die Ausbildung zum Notfallsanitäter in Kassel abgeschlossen haben. „Am Anfang war ich bei jedem Einsatz nervös“, sagt die 22-Jährige. Mit der Zeit kommt die Erfahrung, und dann sitzt jeder Handgriff automatisch“, sagt die Kasselerin selbsicher. Das Wichtigste sei dabei immer ruhig bleiben. 

Für sie selbst, sei es nie ein Problem gewesen, in hektischen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. „Ich war schon immer ruhig“, sagt sie. Und mit Blut habe sie auch noch nie Probleme gehabt. Da kam die neue Ausbildung zum Notfallsanitäter für die damals frischgebackene Abiturientin genau richtig. Sie wollte schon immer in dem medizinischen Bereich arbeiten, doch das Medizinstudium fiel für sie wegen dem NC leider weg. Da entschied sie sich kurzerhand für die Ausbildung auf der Rettungswache. Bis heute habe sie ihre Entscheidung nicht in einer einzigen Sekunde bereut.

Während sie anfangs das Gefühl von Unsicherheit auf dem Weg zur Arbeit nicht losgelassen hat, geht sie heute jeden Morgen mit neuer Motivation zu Arbeit, wie sie erzählt.

Das jeder Tag dabei für sie und ihre Kollegen eine neue Herausforderung darstellt, spornt die junge Frau an. Kein Tag sei wie der andere, und keine Notfallsituation gleicht einer anderen. Täglich begegnen ihr und ihren Kollgene Situationen, die einen psychisch belasten können. Da sei ein Ausgleich enorm wichtig. Im Durchschnitt sind es drei bis sechs Einsätze, die die 22-Jährige und ihre Kollegen in einer Schicht haben. Am liebsten entspannt sie dann nach so einem hektischen Arbeitstag an der frischen Luft. 

Wenn man die gebürtige Göttingerin danach fragt, wie es sich anfühlt täglich Menschenleben zu retten, huscht ihr ein kleines, bescheidenes Lächeln über die Lippen und sie sagt:„Daran denke ich in diesen Momenten gar nicht“. Das Bewusstsein dafür, dass man jeden Tag Menschen rettet, verschwinde im Stress des Alltags. Deshalb wird sie auch morgen früh wieder ihre Rettungskleidung anziehen und bereit sein, wenn der nächste Notruf eingeht und sie als Erste vor Ort Hilfe leisten kann.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.