Die Polizeistreife wartete schon

Baustelle an Kasseler Kurfürstenstraße: Ärger um Schilder und Kontrollen

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Hier hätte sich Edgar Landau einen Hinweis auf das Durchfahrtsverbot gewünscht: Er bog mit dem Auto nach links ab, konnte nicht mehr wenden und wurde von der Polizei angehalten.

Kassel. So hatte sich Edgar Landau den Ausflug am Sonntagnachmittag mit seiner Frau nach Kassel nicht vorgestellt.

Der 62-Jährige aus Hessisch Lichtenau wollte vor dem Restaurantbesuch noch schnell Geld bei einer Bank am Ständeplatz holen. Da er mit dem Auto aber auf der Gegenfahrbahn unterwegs war, fuhr er einen kleinen Umweg über die Kurfürstenstraße, um dort per U-Turn korrekt zu wenden: Also mit dem Auto hoch Richtung Bahnhof und dann stadteinwärts wieder die Kurfürstenstraße runter.

Das Problem: Die Kurfürstenstraße ist stadteinwärts wegen Bauarbeiten für Pkw gesperrt, nur Busse und Anlieger dürfen durch. „Aber das ist aus der Richtung, aus der ich kam, nicht ausgeschildert gewesen“, sagt Landau.

So habe er die missliche Lage erst bemerkt, als er unmittelbar vor dem Durchfahrtsverbot-Schild auf der Kurfürstenstraße stadteinwärts stand. Landau habe noch drehen wollen, doch hinter ihm habe sich der Verkehr gestaut. „Ich hatte keine andere Wahl, als durch die gesperrte Straße zu fahren.“

Polizeistreife wartete schon

Am Ende der Straße wartete eine Polizeistreife – Landau musste 20 Euro Bußgeld zahlen. „Ich bin verärgert, weil ich mich abgezockt fühle. Ums Geld geht es mir nicht, aber um Gerechtigkeit. Ich wollte korrekt wenden und bin dann in diese Situation geraten“´, sagt er. Hinter ihm seien noch weitere Autos angehalten worden.

Die Situation ist so: An der Einmündung der Kurfürstenstraße stadteinwärts und auf der Bürgermeister-Brunner-Straße gibt es eindeutige Schilder, die auf eine Sperrung hinweisen. Die Linksabbiegerspur der Werner-Hilpert-Straße ist zudem gesperrt. Allerdings gibt es keine Hinweisschilder auf der Kurfürstenstraße Richtung Bahnhof und auch nicht am Scheidemannplatz. Polizeisprecher Torsten Werner: „Das Durchfahrverbot ist in Richtung Bahnhof zwar nicht ausgeschildert, an der eigentlichen Stelle Richtung Stadt aber eindeutig.“ Der Polizei lägen bislang keine Beschwerden zur Baustelle vor.

Ingo Happel-Emrich von der Stadt Kassel bewertet die vorgefallene Situation als unglücklich. „Solche Momente erlebt wahrscheinlich jeder Autofahrer mal im Straßenverkehr.“ Die Baustelle sei aber eindeutig ausgeschildert, der Bereich vor der Kurfürstenstraße stadteinwärts eigentlich auch groß genug, um noch wenden zu können. Während der Arbeiten stünde zudem ein Sicherungsposten von der Baufirma am Straßenanfang. Da am Sonntag aber nicht gebaut wurde, habe dort niemand gestanden.

„Wenn alles so eindeutig wäre, müsste eigentlich niemand an der Einmündung aufpassen“, findet Edgar Landau. „In meinen Augen reicht die Beschilderung so nicht aus. Vor allem, wenn man nicht aus Kassel kommt und hier nicht jede Baustelle kennt.“

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