5781 neue Studenten an der Universität Kassel

Begrüßung der Erstsemester im Rathaus: Darum studieren junge Menschen in Kassel

Sie haben sich für Kassel entschieden: Flora Krieger (von links) , Stefanie Herfurth und Melina Kontelas freuen sich auf ihr Studium im Fach Grundschullehramt an der Universität Kassel. Foto: Malmus

Kassel. Großes Gedränge und stickige Luft: Wer beim diesjährigen Erstsemesterempfang einen von den dort verteilten Gratisfächern ergattern konnte, war im Kasseler Rathaus klar im Vorteil.

5781 neue Studenten haben sich in diesem Semester an der Uni Kassel eingeschrieben, knapp 200 weniger als im Vorjahr. Trotzdem hat die Universität erneut einen Rekord mit erstmals über 25 000 Studenten verzeichnet. Von den Erstis kamen gestern einige Hundert ins Rathaus, wo sie dutzende Stände von Verbänden, Einrichtungen und Organisationen wie dem Kasseler Staatstheater, dem Christopher Street Day Verein und dem Campus Kino erwarteten. Besonders beliebt waren die vielen kleinen Geschenke wie Kugelschreiber, Jutebeutel und Süßigkeiten sowie diverses Infomaterial.

„Kassel hat viel zu bieten, was ein gutes Studentenleben ausmacht“, sagte Stadträtin Esther Kalveram, die stellvertretend für Oberbürgermeister Christian Geselle die Erstsemester begrüßte. Das Nachtleben sei in der Stadt nicht so provinziell, wie man es vielleicht denken würde. Den neuen Studenten empfahl sie einen Besuch im Bergpark und in der Grimmwelt.

Als eine „weltoffene Hochschule“ bezeichnete Prof. Dr, Reiner Finkeldey, Präsident der Universität Kassel, die Uni, an der Menschen aus über 100 Ländern studieren. Zwar sei die Hochschule noch jung, „aber sie ist vielseitig und lebendig.“

Voll war es bei der offiziellen Begrüßung im Stadtverordnetensaal nicht, zwischen den stehenden Studenten war noch viel Platz. Doch das bedeutete nicht, dass nur wenige Menschen gekommen waren, denn an den Ständen platzten die Flure des Rathauses aus allen Nähten.

Das Gedränge war vor allem im Anschluss an die Begrüßung im Bürgersaal extrem. Der Grund: die heiß begehrten Ersti-Tüten vom Asta. In der Menschenmasse kaum zu sehen waren die anderen Stände im Raum, zwischenzeitlich gab es kein Vorankommen mehr. Viele Studenten gaben auf, andere holten ihre Fächer raus, da es im Saal stickig wurde. Um das Drängeln in Grenzen zu halten wurde nach kurzer Zeit der Notausgang hinter dem Asta-Stand geöffnet, um die Studenten wieder hinauszulassen.

Andrang im Rathaus zum Erstsemesterempfang der Studenten der Uni Kassel

Was ist in einer Ersti-Tüte?

Der schwarze Jutebeutel mit dem aufgedruckten Waschbären ist begehrt. Im Inneren der Tüte gibt es vor allem Infomaterial über die Universität und ihre Angebote und Aufkleber. Außerdem finden sich dort Post-Its und ein Kugelschreiber. Für die Semesterplanung gibt es das „Dschungelbuch“, den bekannten Unikalender. Und für zwischendurch eine kleine Süßigkeit. 

Warum studieren junge Menschen in Kassel?

Wir haben acht Erstsemester gefragt, warum sie sich für ein Studium an der Universität in Kassel entschieden haben. 

Annika Schönewald, 19, aus Frankenberg (Landschaftsarchitektur- und Planung): „Ich habe mich für Kassel entschieden, weil ich hier aus der Nähe komme und im Umkreis viel Familie habe. Außerdem finde ich, dass Kassel eine schöne Unistadt ist.“

Andreas Neuhaus, 52, aus Heiligenstadt (Informatik): „Ich studiere ab jetzt in Kassel, weil der Studiengang sich hier auf Datenschutz und Kryptologie spezialisiert, was mich sehr interessiert. Das ist mein zweites Studium, ich habe schon BWL studiert.“

Caro Gumbrich, 19, aus Bielefeld (Lehramt Deutsch und Religion): „Ich wurde im Losverfahren in Kassel angenommen und habe erst drei Wochen vor Unistart bescheid bekommen. Erst fand ich die Uni nicht so toll, aber inzwischen finde ich sie richtig schön.“

Hannah Reimann, 19, aus Frankenberg (Biologie): „Viele meine Schulfreunde studieren hier, weshalb ich mich auch für die Uni entschieden habe. Gut ist auch, dass ich Kassel schon kenne, und ich finde, dass die Stadt eine gute Größe hat.“

Paul Volk, 19, aus Eichenberg (Maschinenbau):  „Mein Argument für Kassel war, dass die Uni im Bereich Maschinenbau gut sein soll. Außerdem bin ich nah an meiner Heimat, wohne aber inzwischen hier in der Stadt.“

Felix Rapprick, 19, aus Kassel (Nanostrukturwissenschaften):  „Ich wollte erst nach Göttingen, aber mein Fach gab es dort nicht. Kassel hat sich dann auch angeboten, weil ich hier Leute kenne und meine Freunde hier habe.“

Samira Soueidan, 19, aus Kassel (Soziologie und Politikwissenschaft): „Ich komme gebürtig aus Kassel und studiere deshalb hier. Ich finde es toll, dass die Stadt sich so für die Studenten einsetzt, und ich finde den Empfang sehr schön.“

Lara Bolde, 19, aus Kassel (Biologie): „Ich habe mich für die Uni Kassel entschieden, weil ich hier herkomme. Es ist auch praktisch für mich, weil ich noch bei meinen Eltern wohnen kann.“

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