Kasseler Unternehmen setzt bei Produktion auf Nachhaltigkeit

Bei Vinylit dreht sich alles um die Fassade

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Vinylit liefert Fassadenprofile in Putz-, Naturstein-, Holz- und Klinkerstruktur inklusive aller Befestigungsmittel, Fenster- und Türleibungen. Unser Foto zeigt Geschäftsführer Reinhard Schröder (von links) und den Technischen Leiter Mirco Böken in der Produktion.

Die Firma Vinylit aus Kassel stellt Fassadenprofile aus alten Kunststofffenstern her. Das schont die Umwelt und ist nachhaltig.

Sie bestehen aus recyceltem Kunststoffgranulat und sind zu 100 Prozent wiederverwertbar: Die Fassadenprofile der Kasseler Firma Vinylit sind umweltfreundlich, energieeffizient und dabei langlebig. Gewonnen wird das Granulat aus alten Kunststofffenstern. Geschreddert und gemahlen wird es zu einer Masse erwärmt und zu Fassadenprofilen beispielsweise in Holz-, Klinker- und Putzstruktur verarbeitet.

Einheitsfassaden, wie sie früher oft üblich waren, gibt es bei Vinylit nicht. Der Klassiker des 1972 gegründeten Unternehmens ist ein Fassadenpaneel mit Naturstein, „Das stellt kein anderer Anbieter her“, sagt Geschäftsführer Reinhard Schröder. Darüber hinaus bietet Vinylit vorgehängte hinterlüftete Fassadensysteme unterschiedlichster Oberflächen, Formen und Farben an.

Vorgehängte hinterlüftete Fassaden sind mehrschichtige Außenwandkonstruktionen, bei denen die Bekleidung nicht direkt aufs Mauerwerk, sondern auf eine Unterkonstruktion montiert wird. Der Vorteil: Durch die Luftschicht ist das System atmungsaktiv. Es kann kein Schimmel entstehen.

Der Markt boomt: Auch für Mobilheime bietet V inylit Fassaden aus recyceltem Kunststoff.

70 Prozent seiner Produktion schickt Vinylit ins Ausland. Besonders in Polen, den Niederlanden, Großbritannien und Frankreich boomt derzeit der Markt für Mobilheime. Das sind transportable Wohneinheiten, deren Inneneinrichtung mit einer Wohnung vergleichbar ist. Auch sie stattet das Kasseler Unternehmen mit seinen Fassaden aus. Ein Zukunftsmarkt, sagen Reinhard Schröder und der Technische Leiter Mirco Böken. „In Deutschland werden jährlich knapp 400 Einheiten verkauft, in Frankreich hingegen 25 000“, erläutert Schröder. Vinylit sei seit einem dreiviertel Jahr verstärkt im Mobilheim-Bereich unterwegs und wolle das Feld weiter ausbauen, so der Geschäftsführer.

Vinylits Kunden sind die Produzenten der Mobilheime. Deren Kunden sind vor allem Campingplatz- und Ferienparkbesitzer sowie Privatleute. Und die wollten auch bei der Fassade immer bessere Qualität. „Dafür geben sie inzwischen auch gerne etwas mehr Geld aus“, sagt Böken. Schließlich präge die Fassade den ersten Eindruck. Neben der Qualität punktet Vinylit auch mit Nachhaltigkeit: „Unsere Produkte sparen durch die gute Wärmedämmung CO2 ein. Zudem achten wir in der Herstellung darauf, dass wir jeglichen Ausschuss wiederverwerten und so auch den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß minimieren“, erläutert der Technische Leiter.

Für Vinylit ist der Mobilheim-Bereich ein echter Wachstumsmotor. 9 Millionen Euro Umsatz erwartet das Unternehmen in diesem Jahr. Laut Schröder eine zehnprozentige Steigerung gegenüber dem Vorjahr. „2020 wollen wir die 10 Millionen Euro knacken.“ 48 Mitarbeiter arbeiten im Dreischicht-System in dem Betrieb im Industriegebiet Waldau, darunter fünf Auszubildende. Kommendes Jahr sollen fünf weitere Lehrlinge hinzukommen. Die zu finden ist aber keine leichte Aufgabe, wie Prokurist Böken erfahren musste. „Den Ausbildungsberuf Verfahrensmechaniker beispielsweise kennt kaum jemand. Da gibt es leider nur wenig Bewerbungen.“

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