Aktion linker Aktivisten

Besetzung der "Villa Rühl": Universität Kassel zeigt Hausbesetzer an

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Die Universität Kassel hat Strafantrag gestellt: Die linken Aktivisten, die die Villa Rühl an der Mönchebergstraße besetzen, sollen das Grundstück verlassen.

Kassel. Hausbesetzer haben seit dem vergangenen Wochenende die leer stehende Villa Rühl an der Mönchebergstraße besetzt. Die Universität Kassel teilt mit, dass sie das Verhalten nicht länger dulde und Anzeige erstattet habe.

Der Präsident der Universität, Prof. Dr. Reiner Finkeldey, appellierte am Freitag in einem Interview mit dem Campus-Radio an die Besetzer, die Aktion zu beenden und das baufällige Haus sowie das teilweise kontaminierte Grundstück an der Mönchebergstraße 42 zu verlassen. „Für das Anliegen, ein Stadtteil-Kulturzentrum zu etablieren, ist die Universität nicht der richtige Adressat“, heißt es in der Mitteilung. Auch Jugendverbände und Gewerkschaften äußern sich zu dem Thema.

Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) Kassel bezeichnet die Besetzung der Villa in seiner Pressemitteilung als „lächerliche Farce“. Die Universität Kassel nutzt laut RCDS Kassel ihre Räume nicht effizient genug. Die Studenten-Union beschreibt das illegale Verhalten der linken Aktivisten als ein „Armutszeugnis“. Deshalb fordert sie, die Polizei einzuschalten. Die AfD-Fraktion ist da deutlich direkter: Sie ist laut Mitteilung der Meinung, die Villa müsse sofort geräumt werden; Verhandlungen mit den Besetzern lehnt sie grundsätzlich ab und spricht von „Anarchie“.

Das sieht die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Regionalverband Nordhessen anders: Sie appelliert an die Universität, offen mit den Hausbesetzern zu verhandeln und „auf eine gewaltsame Räumung durch die Polizei zu verzichten“. Die steigende Zahl der Studenten sei auch ein Grund für die angespannte Situation des Kasseler Wohnungsmarktes.

Solidarität mit Aktivisten

Die Linksjugend des Landkreises Kassel bezeichnet in ihrer Pressemitteilung Leerstand als einen Skandal – auch deshalb erklärt die Linksjugend den Hausbesetzern ihre Solidarität. „Euer mutiges Streben hat uns beeindruckt und inspiriert“, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Villa zu besetzen, sei ein wichtiges Zeichen. Die Kasseler Linksjugend sei zudem dazu bereit, bei weiteren Aktionen Unterstützung zu leisten. Diese Äußerungen nimmt die Kasseler CDU-Fraktion in ihrer Pressemitteilung mit Befremden entgegen. „Der Zweck kann nicht alle Mittel heiligen“, sagt der jugendpolitische Sprecher, Valentino Lipardi. „Wir wollen das Gebäude vor dem Verfall schützen und politische Kritik ausüben“, sagt einer der Aktivisten. Sie verbreiten ihr Anliegen auf ihrem Internet-Blog mit dem Namen „Unsere Villa – Für ein soziales Zentrum in Kassel“ sowie über die sozialen Netzwerke.

Anna Goldmann, die an der Besetzung teilnimmt, erklärt in einem Video-Interview mit der Studentenzeitung Medium, dass man mit der Universität Kassel verhandeln wolle. Dazu fordern auch die Bewohner der Villa Locomuna in einem offenen Brief auf.

Weitere Informationen unter http://unserevilla.org

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