Passanten werden offensiv angesprochen

Bettler auf dem Kasseler Weihnachtsmarkt sind aufdringlich

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Bettler: Dieser Mann sprach gezielt Passanten auf dem Weihnachtsmarkt an.

Kassel. In der Vorweihnachtszeit sind wieder verstärkt Bettler in der Kasseler Innenstadt zu sehen. Einige von ihnen gehen dabei penetrant vor und sprechen Passanten offensiv an.

Auch kleine Kinder werden zum Betteln eingespannt, wie unsere Redaktion beobachtete. Offene Kritik äußert Daniel Geibel, Betreiber des Märchenwaldes auf dem Weihnachtsmarkt. Aus seiner Sicht sind die Bettler in diesem Jahr besonders aufdringlich. Sie würden gezielt die Wartenden an den Ständen ansprechen.

Das war auch am Freitag zu beobachten, als wir uns in der Innenstadt ein Bild verschafften. Bereits am Nachmittag waren drei Bettler zwischen den Buden unterwegs, um die Weihnachtsmarktbesucher anzusprechen. Einige boten Blumen an, andere Zeitungen. Mancher trug seine körperlichen Gebrechen zur Schau.

Die Polizei beobachtet zwar ebenfalls, dass sich derzeit vermehrt Bettler in der Innenstadt aufhalten, sie sieht aber keine Banden am Werk. „Fälle, bei denen bettelnde Personen Passanten hinterherlaufen und bedrängen, sind uns bislang nicht bekannt geworden“, sagt ein Polizeisprecher. Hinweise auf ein bandenähnliches Netzwerk habe die Kasseler Polizei auch in den vergangenen Jahren nicht feststellen können.

Stefan Jünemann, Leiter der Kasseler Obdachlosen-Anlaufstelle Panama, schätzt die Situation anders ein. Im Advent seien sehr wohl organisierte Gruppen unterwegs. Diese kämen von auswärts und hätten mit der Kasseler Obdachlosenszene nichts zu tun. Sie seien für vier bis sechs Wochen präsent, bevor sie weiterzögen. „Das sind meist Osteuropäer, die hier bei Panama nicht auftauchen.“ Wegen der Sprachbarrieren gebe es keine Kontaktmöglichkeit.

Weil Bettelei nicht verboten ist, hat das Ordnungsamt nur bei aggressivem Betteln eine Handhabe. Sprich: Wenn Personen behindert, verfolgt oder hartnäckig angesprochen werden.

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