Erweiterungspläne

Bildungswerk Nordhessen stockt in Kassel auf: 25 Millionen werden investiert

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So könnte es aussehen: Der vorläufige Entwurf für die geplante Erweiterung des Berufsbildungswerks (BBW) Nordhessen an der Ecke Hoffmann-von-Fallersleben-/Wolfhager Straße (rechts) in Rothenditmold. 

Mit einem rund 25 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau am Standort Hoffmann-von-Fallersleben-Straße will sich das Berufsbildungswerk Nordhessen in Kassel konzentrieren.

Das Berufsbildungswerk (BBW) Nordhessen, das in Kassel und Bad Arolsen rund 350 benachteiligte Jugendliche in 20 Berufen ausbildet, will in Rothenditmold den bislang weitgehend eingeschossigen Gebäudekomplex zur Wolfhager Straße hin um drei Geschosse aufstocken.

BBW-Leiter Uwe Stickel und Jens Wehmeyer, Vorstand des Trägervereins Bathildisheim (Bericht unten), hoffen auf einen Baustart Ende 2020. Da das BBW eine staatliche Berufsschule beinhaltet, deren Träger das Land Hessen ist, hoffen sie zudem darauf, dass sich das Land etwa mit der Hälfte der Summe an der Investition beteiligt.

Die Pläne, die auch eine Turnhalle vorsehen, sind am Freitag Staatssekretärin Anne Janz (Grüne) aus dem Sozialministerium vorgestellt worden. Janz, die bereits als Kasseler Schuldezernentin zuständig für das BBW war, vermochte die Förderung noch nicht zuzusagen. Gleichwohl lobte sie das Vorhaben in Kassel, sah darin auch die Chance zur gewünschten Stadtentwicklung im Schillerviertel. Janz: „Wir unterstützen das.“

Sagte dem BBW ihre Unterstützung zu: Staatssekretärin Anne Janz im Gespräch mit Mitarbeitern; rechts neben ihr Bathildisheim-Vorstand Jens Wehmeyer und BBW-Leiter Uwe Stickel. 

Nach Angaben von Jens Wehmeyer ist in den vergangenen zehn Jahren die Belegung des bisherigen Hauptstandortes Bad Arolsen, wo die Auszubildenden auch wohnen, um ein Drittel gesunken. Der Standort Kassel hingegen wachse und platze aus allen Nähten. Bis 1. April 2020 wolle man dem Ministerium die komplette Planung und Kostenplanung – inklusive Machbarkeitsstudie, Architektenwettbewerb und europaweites Verfahren – vorlegen, damit das Projekt noch im Landeshaushalt 2020/2021 berücksichtigt wird.

Liege die Förderzusage aus Wiesbaden vor, könne in Kassel die Erweiterung beginnen, so Wehmeyer. Müssten die Arbeiten im laufenden Betrieb erfolgen, sei von vier Jahren Bauzeit auszugehen. Gelinge es, in Kassel ein Ausweichgebäude zu finden, könne man 2023 fertig sein.

Für die Aufstockung muss die Statik der Gebäude verstärkt werden. Bei der Zahl von rund 350 Auszubildenden soll es bleiben. Für sie sollen künftig in Kassel Wohnungen angemietet werden. Der BBW-Standort Bad Arolsen wird mit der Fertigstellung in Kassel aufgegeben.

Hintergrund: Ausbildung für benachteiligte Jugendliche

Das Berufsbildungswerk Nordhessen (BBW) versteht sich als sozialer Dienstleister inklusive staatlicher Berufsschule für die Erstausbildung benachteiligter Jugendlicher. An den beiden Standorten werden mehr als 350 Jugendliche in über 20 anerkannten Berufen ausgebildet. In Kassel sind es derzeit etwa 210 junge Leute, in Bad Arolsen knapp 160. Das Berufsbildungswerk zählt an beiden Standorten 129 Mitarbeiter.

Ziel ist es, junge Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder besonderem Förderbedarf über eine Ausbildung in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Träger des Berufsbildungswerks ist der Verein Bathildisheim mit Sitz in Bad Arolsen und rund 900 Mitarbeitern an Standorten in Nordhessen. Die Trägerschaft soll bleiben – auch nach Konzentration des BBW in Kassel und Aufgabe des Standortes Bad Arolsen. 

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