Führungen auf dem ehemaligen Martinigelände und Messinghof

Blauer Sonntag in Kassel: Schätze der Industriekultur

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Salzmann im Blickpunkt: Oliver Leuer brachte den Besuchern mit Texten und Musik die Geschichte der Salzmannfabrik näher.

Kassel. Von Salzmann bis zum ehemaligen Henschelgelände gab es beim Blauen Sonntag viel zu sehen. 

Die Führungen auf dem ehemaligen Martinigelände an der Kölnischen Straße und über den Messinghof waren schon lange vor dem Blauen Sonntag ausgebucht. Die Menschen interessieren sich für die heimische Industriekultur vom ehemaligen Brauereigelände bis zur Wiege des Herkules, der vor 300 Jahren in Bettenhausen geschmiedet wurde. Das gilt auch für zwei weitere Standorte, deren Zukunft lange Zeit ungewiss war.

Willkommen zum Blauen Sonntag: Im Technikmuseum begrüßte Severine Germain die Besucher. Die konnten sich unter anderem den Henschel-Drache (links im Bild) und andere Schienenfahrzeuge aus Kassel ansehen. 

Für das ehemalige Henschelgelände in Rothenditmold trifft das weiterhin zu. Und das, obwohl die Stadt Kassel endlich deutlich gemacht hat, dass dieses Areal mit seinen vielfältigen Nutzungen erhalten bleiben soll. Wie das aussehen kann, ist allerdings noch offen. Das Gelände gehört dem Immobilienverwalter Grand City Property, der den aktuellen Nutzern Mietverträge angeboten hat. Das Problem: „Keiner von uns soll einen wirklich langfristigen Vertrag bekommen“, sagt Bernd Scott vom Technikmuseum. Für den Skateverein Mr. Wilson liegt eine zugesagte europäische Förderung aus diesem Grund schon länger auf Eis. Auch die Künstler und Musiker unter dem Dach des Netzwerks Hammerschmiede stehen vor ähnlichen Problemen. Der Blaue Sonntag bot gestern eine weitere Gelegenheit, auf die Probleme aufmerksam zu machen.

Viele Besucher

Die erhaltenen Henschel-Fabrikhallen des ehemals größten Lokomotivherstellers in Europa mit dem angrenzenden Henschelmuseum zogen gestern zahlreiche Besucher an. Bei Führungen konnten sie sich informieren.

Spannend ist es auch seit Jahren in Bettenhausen. Um das Gebäude der ehemaligen Salzmannfabrik führte Oliver Leuer. Viel zu lange standen die immer noch beeindruckenden Industriebauten leer und verfielen. Mittlerweile ist klar, dass Investor Dennis Rossing nach mehreren vergeblichen Anläufen auf dem Gelände Wohnungen bauen will. Zudem soll die historische Bausubstanz saniert werden. Auch für Musiker und Künstler, die hier früher eine Heimat hatten, soll es wieder Angebote geben.

Vom Wasserkraftwerk Neue Mühle an der Fulda, über den Kasseler Hafen bis zum neuen Standort für Fraunhofer im Nordbereich des Kulturbahnhofs gab es beim Blauen Sonntag zahlreiche Führungen. Vieles kann man auch auf eigene Faust erkunden.

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