Blindgänger sorgte für Aufregung

150 Kilo Sprengstoff: Bombe legte Teile der Kasseler City lahm

Kassel. 250 Kilogramm schwer und mit 150 Kilogramm Sprengstoff bestückt: Eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat am Montag Teile der Kasseler Innenstadt über Stunden hinweg lahmgelegt.

Gegen 14.30 Uhr war der Blindgänger bei Baggerarbeiten an der Baustelle des Stadtbades Mitte gefunden worden.Erst gegen 19 Uhr konnten der Kampfmittelräumdienst des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt und die Kasseler Polizei nach der Entschärfung des Weltkriegsreliktes Entwarnung geben.

Abtransport in der Baggerschaufel: Hans-Jürgen Keller vom Kampfmittelräumdienst mit der auf der Baustelle entschärften Fliegerbombe.

Aus Sicherheitsgründen mussten die Straßen rund um den Fundort an der Kurt-Schumacher-Straße von der Polizei für den Verkehr sowie für Fußgänger gesperrt werden.Von der Evakuierung betroffen waren ebenfalls die Besucher der beiden Einkaufszentren City Point und Kurfürstengalerie. Auch die Ladenzeile an der Unteren Königsstraße, die sich auf der Seite des ehemaligen Stadtbads befindet, musste bis zur Hedwigstraße gesperrt werden. Wegen der Strahlrichtung einer möglichen Detonation mussten schließlich auch die oberen Etagen des Mercedes-Hochhauses geräumt werden.

Bereits am Nachmittag waren Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes am Fundort. Mit dem Beginn des Entschärfens warteten sie und alle anderen Beteiligten jedoch bis zum Eintreffen des aus Darmstadt angereisten Leiters des Kampfmittelräumdienstes, Sprengmeister Gerhard Gossens. Nachdem dieser sich einen Überblick verschafft hatte sowie Polizei und Feuerwehr die Evakuierung in der Umgebung abgeschlossen hatten, konnte grünes Licht für die Entschärfung der Bombe gegeben werden.

Der Blindgänger sorgte indes in Teilen der Innenstadt für Verkehrschaos und helle Aufregung. Viele Anwohner der gesperrten Straßen, die sich auf dem Weg nach Hause befanden, starrten ungläubig die Polizeibeamten und Feuerwehrleute an, als diese ihnen den Weg zu ihren Wohnungen versperrten. Obwohl viele Polizeiautos mit Blaulicht entlang der abgesperrten Strecke standen, hatten einige nicht mitbekommen, was gerade auf dem Gelände des ehemaligen Stadtbads vor sich ging.

Auch Passanten, die vor verschlossenen Türen der Geschäfte standen, wunderten sich. „Da steht doch, dass sie bis 19 Uhr geöffnet“ hat, ärgerte sich eine Kundin der Einhorn-Apotheke. Einige Anwohner wurden in der Martin-Luther-King-Schule untergebracht und von der Berufsfeuerwehr versorgt.

Der in Kassel entschärfte Blindgänger wird nun zur Entsorgung nach Mittelhessen transportiert.

Bombenfund auf Stadtbad-Mitte-Baustelle

Interview mit Gerhard Gossens vom Kampfmittelräumdienst

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