Blindgänger lag ungewöhnlich tief in der Erde

Ehemaliges Stadtbad Mitte: Auf dieser Baustelle wurde die Bombe Montagnachmittag in sechs Meter Tiefe gefunden.

Zufrieden mit dem Einsatz in Kassel zeigte sich am Dienstag auch Gerhard Gossens, der Leiter des Kampfmittelräumdienstes beim Regierungspräsidium (RP) Darmstadt.

Mit seinen Kollegen Rene Bennert und Hans-Jürgen Keller hatte er am Montag gegen 19 Uhr den Blindgänger auf der Baustelle am Stadtbad Mitte per „Fernentschärfungssystem“ unschädlich gemacht. Die Zusammenarbeit habe prima funktioniert. „Das lief ja alles reibungslos“, sagte der Sprengmeister.

Die Gefährlichkeit der amerikanische Fünf-Zentner-Bombe mit 120 Kilogramm Sprengstoff dürfe bei so einem Einsatz aber nicht unterschätzt werden. Die Bombe habe beim Abwurf vor rund 70 Jahren zwar nicht funktioniert, sie sei aber immer noch funktionstüchtig. Gossens: „Deshalb haben wir Glück gehabt, dass bei dem unkontrollierten Bombenfund bei den Baggerarbeiten nichts passiert ist.“

Ungewöhnlich sei die Tiefe, in der die Fliegerbombe in Kassel gefunden worden sei. Diese habe auf der Baustelle für das neue Bürogebäude etwa sechs Meter tief unter der Erde gelegen, die Regel sei deutlich weniger. Eine Erklärung dafür könne sein, so Gossens, dass damals beim Abwurf der Bombe der Boden sehr feucht gewesen und sie deshalb besonders tief im Boden verschwunden sei. Daher sei sie womöglich auch erst jetzt gefunden worden und nicht schon bei den Bauarbeiten für das bislang dort stehende Schwimmbadgebäude.

Risiko bleibt

Ob nach dem Fund auf dieser Kasseler Baustelle noch weitere Fliegerbomben auftauchen könnten, darauf kann Gossens keine endgültige Antwort geben. Das Grundstück des ehemaligen Stadtbades Mitte sei punktuell durch Bohrungen nach Bomben untersucht worden. Nun solle es erneut abgesucht werden. Gossens: „Ein letztes Quäntchen Risiko kann man aber nicht ausschließen.“

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