Abgabe im RP Kassel noch bis Freitag möglich

HNA-Blutspendeaktion aus Sicht einer Erstspenderin: Alles halb so wild

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Entspannter als gedacht: Frank Phillip vom DRK-Blutspendedienst nimmt unserer Volontärin Kristina Stein das Blut bei ihrer ersten Blutspende ab.

Tausende machen mit bei unserer Blutspendeaktion. Darunter HNA-Volontärin Kristina Stein. Sie schildert, was auf eine Erstspenderin so alles zukommt.

Etwas Gutes tun und nebenbei noch das eigene Blut durchchecken lassen – das war mein Ziel bei der Blutspendeaktion. Dabei gibt es nur zwei kleine Probleme: Die Angst vor Nadeln und die Tatsache, dass ich kein Blut sehen kann. Aber: Man kann sich auch überwinden. Also auf ins Regierungspräsidium.

Bereits kurz nach zehn Uhr hat sich schon eine lange Schlange vor dem Eingang des RP gebildet. Mit so vielen Menschen gleich zu Beginn der Aktion hätte keiner rechnen können.

Die Helfer an der Anmeldung sind sehr routiniert und geben jedem Spender einen Fragebogen samt Info- und Laufzettel sowie ein Nachweisheft für die Blutspenden. Nach dem Ausfüllen geht es direkt in den dritten Stock zum Labor. Dort prüfte ein Mitarbeiter des Blutspendedienstes zuerst den Blutdruck, den Puls und die Temperatur. „Sind sie aufgeregt?“, fragt er. Das bin ich tatsächlich und meinem Puls merkt man das wohl an. Mit einem kleinen Stich in den Finger testet er den Hämoglobin-Wert (Menge des roten Blutfarbstoffs). Mit 14,3 liegt mein Wert im zulässigen Bereich. Spenden kann ich jetzt aber immer noch nicht. Vorher geht es ein Stockwerk tiefer zum Arzt.

Die Nadel ist auf den ersten Blick recht groß, tut aber deswegen nicht mehr weh.

Mit Dr. Joachim Hetzler gehe ich den Fragebogen durch. Dabei geht es vor allem darum, mögliche Infektionen auszuschließen, und festzustellen, ob man für eine Blutspende geeignet ist. „Alles in Ordnung, Sie können jetzt zur Spende gehen“, bestätigt der Arzt.

Im ersten Stock heißt es erst einmal wieder Schlange stehen. 26 Betten stehen für die Spender bereit und die Blutspende dauert durchschnittlich zehn Minuten. Trotzdem ist die Wartezeit nicht zu lang. Das ist gut, denn mit jeder Minute wächst die Nervosität.

„Rechter oder linker Arm?“, fragt eine der Mitarbeiterinnen. Für mich macht es keinen Unterschied. So lande ich bei Frank Phillip vom DRK-Blutspendedienst und es wird ernst. Kaum das ich liege, prüft er die Papiere, desinfiziert meinen Arm und setzt die recht große Nadel an. Alles läuft schnell und routiniert ab und trotzdem schafft Frank Phillip es, mit kleinen Scherzen und beruhigenden Worten die Angst zu nehmen. „Achtung, jetzt pikst es kurz“, sagt er und ich halte die Luft an. Ein kurzes, unangenehmes Ziehen, als die Nadel die Haut durchsticht und dann nichts mehr. Der erwartete Schmerz bleibt aus.

„Das war’s schon?“, frage ich. „Das war’s schon“, bestätigt Frank Phillip. „Ich entnehme zuerst drei Proben für das Labor und dann muss der Beutel noch volllaufen“, erklärt er. Zwischendurch sollte man nur die Faust immer mal wieder anspannen. Während 500 Milliliter Blut in den Beutel laufen, ist Zeit, die Helfer zu beobachten.

Anders als gedacht, herrscht keine Hektik im Raum. Jeder kennt die Abläufe und weiß, was zu tun ist. Trotz des großen Andrangs sind die Helfer ruhig, freundlich und nehmen sich die Zeit mit den Spendern zu scherzen. Die ganze Atmosphäre ist angenehm.

Schnell vorbei: Die Spende dauerte 14 Minuten.

Nach 14 Minuten ist alles vorbei. Ich bin jetzt Blutspenderin. Und ein wenig stolz.

Zum Schluss noch ein wenig liegen bleiben und ausruhen. Helferinnen passen auf, dass keiner umkippt, und achten auf den Zustand der Spender. Ich fühle mich noch ein bisschen schwach. Der Schwindel bleibt aber aus.

Zur Belohnung geht es jetzt in die Kantine des Regierungspräsidiums. Dort gibt es für die Spender frisches Obst, belegte Brötchen, zwei Eintöpfe, Würstchen, Kartoffelsalat und Donuts. Dazu Kaffee, Cola, Wasser und Apfelschorle.

Nach insgesamt zwei Stunden ist alles vorbei. Im nächsten Jahr komme ich zur Blutspendeaktion wieder.

Lesen Sie dazu: HNA-Blutspendeaktion: So läuft die Entnahme ab

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