Suche nach Blindgänger

Bombe unter Hessenkampfbahn vermutet: Sportsaison ab April

Die Hessenkampfbahn aus der Luft: Im Vordergrund sind Orangerie und Karlswiese zu sehen, im Hintergrund das Kulturzelt an der Drahtbrücke, die über die Fulda führt. Archiv-Luftbild: Prall/nh

Kassel. Noch hat die Hessenkampfbahn Winterpause. Zum 15. April soll die Freiluft-Sportsaison hier aber wieder beginnen.

Bis dahin, so hofft die Stadt, sollte auch die Suche nach einer vermuteten nicht explodierten Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg abgeschlossen sein. Das sagte Karsten Schwartz vom städtischen Sportamt jetzt im Ausschuss für Recht, Sicherheit, Integration und Gleichstellung auf eine Anfrage der CDU-Fraktion. „Wir drängen darauf, dass alles bis zum 15. April fertig ist.“

Da die Stadt das Sportstadion von der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) gepachtet habe, sei diese hier zuständig. Die MHK habe wegen des Blindgängerverdachts bereits mit dem Kampfmittelräumdienst am Regierungspräsidium Darmstadt Kontakt aufgenommen, sagt MHK-Direktor Bernd Küster. Man werde mit den Experten darüber sprechen, ob es möglich ist, die Sondierung an der Hessenkampfbahn vorzuziehen. Das hänge aber auch davon ab, wie lange der Boden gefroren ist. Auch die Luftaufnahmen der Alliierten müssten noch ausgewertet werden.

Die Hessenkampfbahn könne aber auch dann weiterhin sportlich genutzt werden, wenn die Arbeiten des Kampfmittelräumdienstes noch nicht abgeschlossen seien, so die MHK. Allerdings seien derzeit schwere Fahrzeuge, Baumfäll- und Grabungsarbeiten auf dem Gelände verboten. Schwartz: „Eine generelle Sperrung wird nicht für notwendig erachtet.“ So gehe man davon aus, dass der gesamte Sportbetrieb in jedem Fall im Frühjahr wieder starten kann.

Großveranstaltungen, wie sie auf dem Hessentag stattfanden, sind jedoch so lange tabu, bis Suche und Räumung nach dem vermuteten Blindgänger abgeschlossen sind.

Die Hessenkampfbahn war 1926 eingeweiht worden. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gelände von einigen Bomben getroffen und 1948 wieder in Betrieb genommen.

Experten haben den Verdacht, dass hier noch ein Blindgänger im Boden liegen könnte. Diese nicht detonierten Bomben könnten im Laufe der Jahre gefährlicher werden, warnen Kampfmittelexperten. Die Gefahr: Durch Verrosten über Jahrzehnte könnte es zu Selbstzündungen kommen.

Aus diesem Grund wird derzeit auch im Bergpark und in der Karlsaue nach Blindgängern gesucht. Die Karlswiese vor der Orangerie wird deshalb auch in diesem Jahr während des Zissels nicht für Karussells zur Verfügung stehen. Küster versichert aber: „Wir machen alles möglich, dass der Zissel gut funktioniert.“

Derzeit sei man dabei, für das Hiroshima-Ufer an der Fulda eine Freigabe für das Tigerentenrennen zu erwirken. Küster: „Jetzt, wo wir sensibilisiert sind, wollen wir, dass die Veranstalter ein gutes Gefühl haben.“ (hei)

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