Sicherheit für Schulsport

Bomben unter Hessenkampfbahn? Verdachtsstellen werden geprüft

Wurde nach Informationen der Stadt nie auf Blindgänger untersucht: Die Sportanlage Hessenkampfbahn hinter der Orangerie soll kommende Woche an zwei Stellen aufgegraben werden. Dort könnten, so Experten, Blindgänger liegen. Foto: Fischer

Kassel. Pünktlich zum Start der Sportsaison auf der Hessenkampfbahn soll es endlich Klarheit geben.

Um jedes Restrisiko auszuschließen, wird in der kommenden Woche untersucht, ob unter der Sportstätte am Auedamm Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg liegen. Nach Auskunft des Eigentümers, der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), gibt es zwei Verdachtsstellen, an denen nach nicht detonierten Bomben gesucht werden soll.

Weil die von der Stadt für den Schulsport gepachtete Anlage nie auf Kampfmittel untersucht worden war, wurde sie vergangenes Jahr von der MHK zumindest für Großveranstaltungen gesperrt. Anschließend wurde zwischen MHK und Stadt verhandelt, wer die Kosten einer Sondierung übernimmt. Ziel der Stadt war es, die Untersuchung abzuschließen, bevor die Schulen für den Sportunterricht ins Freie gehen.

Stadt und MHK einigen sich

Nun hat es offenbar zwischen Stadt und MHK eine Einigung gegeben. Wie hoch die Kosten der Sondierung sind, war gestern nicht zu erfahren. Eine MHK-Sprecherin sagte aber, dass man davon ausgehe, dass die Suche und eine eventuell nötige Entschärfung – je nach Befund – bereits kommende Woche abgeschlossen werden könne.

Bombentreffer rund um die Orangerie: Das Luftbild entstand am 23. Oktober 1943, einen Tag nach dem schweren Luftangriff auf Kassel. Links im Bild sind das zerstörte Theater und der Friedrichsplatz zu erkennen. Foto: Aus dem Buch „Die Zerstörung Kassels im Oktober 1943“ von Werner Dettmar/nh

Rainer Kuhlmann, Kassels ehemaliger und langjähriger Sportsamtsleiter, hatte sich vergangenes Jahr in der HNA verwundert darüber geäußert, dass im Zuge der laufenden Bombensuche in der Karlsaue und im Bergpark die Hessenkampfbahn bis dato ausgespart blieb. Weil sie für den Schulsport genutzt werde, sah er den Bedarf, jedes Risiko auszuschließen.

Kuhlmann begründete dies mit Luftbildern, die nach dem Bombenangriff im Oktober 1943 gemacht wurden (Foto unten). Dort sei zu sehen, dass auch im Bereich hinter der Orangerie, auf der Sportstätte, Bomben eingeschlagen seien. Die MHK räumte dem Vorhaben zunächst aber nicht die höchste Priorität ein.

In der übernächsten Woche soll, insofern das Wetter mitspielt, auch das Hiroshima-Ufer neben der Drahtbrücke auf Blindgänger untersucht werden. In dem Uferstreifen gab es nach Auskunft der MHK vier Bombentrichter, die nun wieder geöffnet werden sollen, um sie vom Kampfmittelräumdienst unter die Lupe nehmen zu lassen.

Anschließend stünde dem jährlich am Hiroshima-Ufer stattfindenden Tigerentenrennen Mitte Mai nichts mehr im Weg.

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