Kein Sprengsatz gefunden

Entwarnung nach Bombendrohung gegen Rathaus in Kassel

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Alles abgesperrt für die Polizei: Nur vier Tage nach der Bombendrohung gegen das Kasseler Rathaus hat am Montag eine erneute Droh-Mail für Aufregung in der Innenstadt gesorgt. Am frühen Abend gab es Entwarnung. Die Polizei fand keinen Sprengsatz.

Kassel. Schon wieder ist das Kasseler Rathaus wegen einer Bombendrohung geräumt worden. Für 15.45 Uhr war in einem Schreiben eine Detonation angekündigt - ein Sprengsatz wurde nicht entdeckt.

Aktualisiert um 19.28 Uhr - Bei der Verwaltung der Stadt Kassel war laut Polizei am Montag gegen 15 Uhr erneut eine E-Mail mit drohendem Inhalt eingegangen. 

In Absprache mit den Verantwortlichen der Stadt räumte die Polizei das Rathaus, das sagte Polizeisprecher Matthias Mänz. Der bislang unbekannte Verfasser der E-Mail drohte offenbar schriftlich damit, im Rathaus am Montagnachmittag um 15.45 Uhr einen Sprengsatz zur Detonation zu bringen. Im Schreiben stand, dass angeblich eine Bombe in den Räumen des Rathauses untergebracht war. Die Polizei setzte unter anderem speziell ausgebildete Spürhunde ein. Die Ermittler fanden allerdings nichts Verdächtiges. Es gab Entwarung.

Die Sperrungen rund um das Rathaus in der Oberen Königsstraße wurden schließlich am frühen Montagabend abgebaut. 

In Position am Karlsplatz: Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes während der Rathaus-Durchsuchung.

Das betreffende Schreiben wurde durch den Zentralen Polizeipsychologischen Dienst bewertet. Das Ergebnis steht im Moment noch aus. Zudem gab es noch keine Informationen dazu, ob es sich bei dem neuen Email-Schreiber um einen "Wiederholungstäter" handelt.

Straßenbahnen fuhren nicht durch Königsstraße

Die Straßen rund um das Rathaus waren bis etwa 17.45 Uhr gesperrt. Von einer Vollsperrung betroffen waren die Fünffensterstraße und die Obere Königsstraße. Es kam am Nachmittag und am frühen Abend zu Verkehrsbehinderungen. Die Straßenbahnen wurden umgeleitet und befuhren die Obere Königsstraße nicht. Es wurden diverse Umleitungen eingerichtet. Teilweise pendelten die Linien verschiedener Straßenbahnen, Regiotrams und Busse. Darüber informierte die KVG-Pressestelle auch auf der Homepage der KVG.

Absperrungen in der Oberen Königsstraße: Die Polizei sicherte mit Absperrband auch das Gelände direkt vor der Treppe des Rathauses in Kassel.

Auch die für den heutigen Montag ab 16 Uhr geplante Stadtverordnetensitzung fiel aus.

Durch die Bombendrohung stand im Rathaus die Arbeit still. Es ging auch niemand von den etwa 1000 Beschäftigten ans Telefon. Mitarbeiter und Besucher der Kasseler Rathauses mussten wegen der Räumung die Räumlichkeiten verlassen. Wer die Stadt telefonisch erreichen muss, wählt die Nummer 115 (Servicecenter). Das erklärte die Pressestelle der Stadt auch in diesem Facebook-Post.

Die Pressestelle der Stadt Kassel veröffentlichte am Montagnachmittag zudem diese Nachrichten über Twitter anlässlich der erneuten Bombendrohung.

Laut dieses ersten Tweets begann die Räumung des Kasseler Rathauses offiziell um 14.50 Uhr.

Bombendrohung gegen Rathaus am 23. März 2017

Bereits in der vergangenen Woche gab es eine Bombendrohung gegen das Rathaus in Kassel. Das ist nun vier Tage her: Am Donnerstag, 23. März 2017, wurden die Räume der Behörden geräumt. Es gab aber letztlich eine Entwarnung - eine befürchtete Explosion blieb aus. Zudem wurden auch keine verdächtigen Gegenstände im Rathaus gefunden. Insgesamt kostete der Einsatz wegen der ersten Bombendrohung etwa 50.000 Euro

Schon in den Jahren zuvor hatte es zwei Bombendrohungen in Kassel gegeben: Am 16. Mai 2013 hatte ein Mann die Polizei angerufen und für 9.50 Uhr Explosionen in Rathaus, Jobcenter und der Agentur für Arbeit angedroht. Am 18. Oktober 2011 musste das Rathaus ebenfalls wegen einer Bombendrohung evakuiert werden.

Was erwartet den E-Mail-Schreiber?

Auch in diesem neuen Fall ermitteln die Beamten des Kommissariats 11. Es geht konkret um die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten gegen den unbekannten Schreiber der Mail. 

Sollte der Täter gefasst werden, wird es teuer. Alle Einsatzkosten werden ihm in Rechnung gestellt. Auch in diesem Fall geht die Polizei von einem Betrag in fünfstelliger Höhe aus. Sollte es sich um ein- und denselben Täter handeln, addiert sich die Summe der beiden Einsätze.

Erneut Bombendrohung gegen das Rathaus in Kassel

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