Ermittler suchen mit Hochdruck nach anonymen E-Mail-Schreiber

Bombendrohung in Kasseler Rathaus: Polizeieinsatz kostet 50.000 Euro

Kassel. Sollte der Verfasser der E-Mail ermittelt werden, in der mit einer Bombenexplosion am Donnerstag um 17.30 Uhr im Kasseler Rathaus gedroht wurde, kann sich diese Person auf eine deftige Rechnung gefasst machen.

Allein der Polizeieinsatz mit 100 Beamten wegen der angedrohten Bombenexplosion hat nach einer ersten groben Einschätzung zwischen 40.000 und 50.000 Euro gekostet, teilte Polizeisprecher Torsten Werner auf Nachfrage der HNA mit.

Das Kommissariat K 11 der Kasseler Kripo hat Ermittlungen wegen „Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten“ aufgenommen. Die Ermittler konzentrierten sich dabei auf zwei Schwerpunkte, sagt Werner: Die E-Mail und die Vernehmung der Rathausmitarbeiter, die bereits am Donnerstag begonnen habe.

Der Inhalt der E-Mail weise keine besonderen Auffälligkeiten auf, sodass es keinen Sinn mache, sie zu veröffentlichen, sagt der Polizeisprecher. Weil es sich auch um Täterwissen handele, bei welcher Person die E-Mail im Rathaus eingegangen sei, werde man auch dazu nichts sagen. Zudem macht die Kripo keine Angaben darüber, ob schon ermittelt wurde, von wo die Drohnachricht abgeschickt worden ist.

Darüber hinaus haben die Kripobeamten eine Menge zu tun: Mitarbeiter aus bestimmten Bereichen, zum Beispiel dem Jobcenter, Jugend- oder Sozialamt, würden befragt, ob es in jüngster Zeit Probleme mit Bürgern gegeben habe, die sich ungerecht behandelt fühlten und aus Frust darüber Drohungen ausgesprochen hätten, so der Polizeisprecher.

Abgesperrt: Das Kasseler Rathaus wurde am Donnerstag wegen einer Bombendrohung evakuiert.

Das erinnert an den Fall eines 29-Jährigen, der verdächtigt wird, am 8. März an der Endhaltestelle in Bad Wilhelmshöhe einen Drohbrief hinterlassen zu haben. Der junge Mann hatte zu seinem Motiv angegeben, dass er mit den Betriebsabläufen im Nahverkehr nicht einverstanden sei.

Heidi Hamdad

Apropos KVG – die Bombendrohung für das Rathaus hatte auch enormen Stress für die Mitarbeiter des Verkehrsunternehmens zur Folge. Schließlich erfolgte der Alarm zur Hauptverkehrszeit, sagt Sprecherin Heidi Hamdad. „Durch die Sperrung der Innenstadt war unser Liniennetz zerstückelt, Umleitungen, Ersatzverkehre, aktivierte Reservefahrer, herbeigerufenes Fahrpersonal, verlängerte Dienste von Fahrern, eilig in die Leitstelle herbeigerufene zusätzliche Mitarbeiter und zusätzlich eingesetzte Busse und Bahnen waren die Folge, um alles einigermaßen bewältigen zu können.“ Betroffen waren vor allem die Buslinien 12, 16 und 500. Von den Bahnlinien betroffen waren alle außer die Linie 7, insgesamt etwa 50 Straßenbahnen.

Kasseler Rathaus wegen Bombendrohung evakuiert

„Dennoch haben wir erlebt, dass bis auf ganz wenige Fahrgäste alle relativ gelassen waren und eben das Beste aus der Situation gemacht haben“, sagt die KVG-Sprecherin. „Das zu erleben, war auch für unser Fahrpersonal positiv, das natürlich sehr unter Druck stand.“ 

Rubriklistenbild: © Foto: Fischer

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